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Streit um Kostenbeteiligung eskaliert: Werder Bremen spielt ab sofort seine Heimspiele in Hamburg

21. Februar 2018 ·

So wird das Weserstadion ab diesem Wochenende an Heimspieltagen aussehen.
So wird das Weserstadion ab diesem Wochenende an Heimspieltagen aussehen.

Bremen/Hamburg (EZ) | Das Oberverwaltungsgericht Bremen entschied heute, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) generell an den Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen beteiligt werden kann. Jetzt eskaliert der jahrelange Streit: Werder wird mit sofortiger Wirkung seine Heimspiele in Hamburg austragen.

Der Bremer Senat hat einen Erfolg erzielt. Im Berufungsverfahren revidierte das Oberverwaltungsgericht das Urteil der Vorinstanz und erklärte, dass Bremen durchaus bei Hochrisikospielen den Veranstalter, die DFL, finanziell in die Pflicht nehmen kann.

Es geht um mehrere Hundertausend Euro, die beispielsweise bei Partien zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV oder Hannover 96 aufkommen. Einen Teil davon stellt die Stadt regelmäßig der DFL in Rechnung. Das nächste Hochrisikospiel steht bereits vor der Tür: an diesem Samstag spielt Werder gegen den HSV.

Doch der Verband und der Sportverein machen dem Bremer Senat einen Strich durch die Rechnung. Schon nach der ersten Rechnung im Jahr 2015 wurde ein Spiel der Nationalmannschaft kurzerhand nach Leipzig verschoben, nun kündigte der ehemals ruhmreiche SV Werder aus Protest seinen Rückzug aus der Stadt an.

Präsident Hubertus Hess-Grunewald sagte sofort nach dem Urteil, sein Verein werde von nun an in Hamburg beheimatet sein. „Und unser erstes Heimspiel an neuer Stätte ist das schöne Volksparkstadion in Hamburg“, wo die Politik bisher keine Kostenbeteiligung eintreibt.

„Hamburg“, so erklärt Hess-Grunewald, „ist für die meisten unserer Fans schnell mit dem Zug oder dem Auto zu erreichen, es gibt dort sogar Parkplätze in ausreichender Zahl.“ Klar sei das zunächst ein Umstand, an den auch das Team sich erstmal gewöhnen müsse. „Aber letztendlich bleibt uns keine andere Wahl: wir halten das Urteil nach wie vor für verfassungswidrig.“ Außerdem kommen auf die DFL und Werder moderate Reisekosten zu, verglichen mit den hohen Rechnungen der Bremer Innenbehörde.

Dass es künftig zu Spieltagskollisionen zwischen dem HSV und dem SVW kommen werde, glaubt der Werder-Präsident indes nicht. „Spätestens nächste Saison ist das ja kein Thema mehr, wenn Hamburg dann zur Mittagszeit sowie unter der Woche spielt und unsere Partien zur gewohnten Zeit am Wochenende nachmittags oder abends angesetzt sind.“

(JPL/Foto: By Paul 14Own work, CC BY-SA 3.0, Link)


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