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Weltgesundheitsorganisation stuft Intelligenz endlich als Behinderung ein

Genf (EZ) | 9. Januar 2017 | Sie verhalten sich komisch, reden merkwürdig und scheinen in ihrer eigenen Welt zu leben: Intelligente Menschen bekommen nun aber endlich die Hilfe, die sie benötigen, um ein normales Leben zu führen. Die WHO stuft einen hohen IQ ab Februar als geistige Behinderung ein.

Es ist vollbracht: die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt hohe Intelligenz nun zu den geistigen Behinderungen. Es ist vollbracht: die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt hohe Intelligenz nun zu den geistigen Behinderungen.

Überdurchschnittlich intelligente Menschen sind aufgrund ihres Handicaps vielfältigen Problemen ausgesetzt. Bislang wurde das Leiden eher belächelt, manchmal gar beneidet – so manche Eltern wünschten sich sogar, ihre Kinder wären ebenso denkfähig. Dabei ist hohe Intelligenz bei weitem nicht so faszinierend und begehrenswert, wie es uns Hollywood weismachen will.

Nun konnte sich die Weltgesundheitsorganisation WHO nach jahrzehntelanger Diskussion dazu durchringen, Intelligenz als geistige Behinderung einzustufen. Unmittelbare Folgen von Intelligenz ist unter anderem soziale Isolation, die meist vom Eindruck der Arroganz, Einbildung und im Volksmund sogenannte „Klugscheißerei“ ausgelöst werden. Betroffene fühlen sich häufig missverstanden, zu Unrecht verurteilt und gemieden, bloß weil sie ihren Intellekt anders einzusetzen wissen als ihre Mitmenschen. Dazu kommen seelische Störungen aufgrund des Gefühls, nicht „dazu zu gehören“.

„Menschen, die Sachverhalte beispielsweise aus mehreren Gesichtspunkten betrachten, gelten schnell als überhebliche, unentschlossene Nervensägen“, so Margaret Chan, die Direktorin der WHO. „Diesen Stempel werden sie in den meisten Fällen auch nicht los.“ Folge: Sie nehmen weniger am sozialen Leben teil. Dabei, so die WHO, könnten intelligente Menschen die Welt durchaus bereichern, wenn man sie nur ließe. „Aber bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg.“

„Hochintelligente Menschen haben Schwierigkeiten, die normaldumme Menschen sich kaum vorstellen können“, so Chan. „Ab einem IQ von 120 wird es häufig schwierig, Intellektgenossen zu finden.“ Gerade im ländlichen oder dörflichen Raum würden Intelligente an den gesellschaftlichen Rand gedrängt und finden dort kaum Anschluss.

Früher galt Intelligenz als selbstverursachtes Leiden. „Durchschnittlich Intelligente meinen zum Teil noch heute vielfach, dass Hochbegabte sich einfach anpassen müssten.“ Von diesem Standpunkt ist die Forschung mittlerweile abgerückt. Vielmehr lautet die moderne Lehrmeinung, Intelligente sollten integriert werden. „Dafür ist natürlich viel Toleranz von Seiten der Bevölkerung nötig“, sagt Chan. „Sie sollten wie Rollstuhlfahrer oder Blinde behandelt werden, also als Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.“

Durch die Einstufung als Behinderung bekommen Intelligente nun wenigstens Unterstützung. „Ab einem IQ von 120 gilt ein Behinderungsgrad von 40%, die Skala reicht dann bis zu 100% bei einem IQ ab 150.“ Damit erhalten sie Anspruch auf Leistungen nach den Sozialgesetzen der jeweiligen Staaten und kommen zum Beispiel vergünstigt ins Kino.

(JPL/Foto: By United States Mission GenevaFlickr: World Health Organization Headquarters and Flag, CC BY 2.0, Link)

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