Um vierte Amtszeit Merkel zu vermeiden: Kanzlerin will Namen ihres Mannes annehmen

Berlin (EZ) | 21. November 2016 | Viele Menschen sehen eine weitere, dann vierte Amtszeit von Kanzlerin Merkel kritisch. Das weiß auch Angela Merkel, die selber der Meinung ist, dass in einer Demokratie nicht allzu lange der selbe Name am Klingelschild des Kanzleramtes stehen sollte. Deswegen hat sie angekündigt, für den Wahlkampf und die mögliche nächste Amtszeit den Nachnamen ihres Mannes Joachim Sauer anzunehmen.

„Am Ende stünde da ja ‚Von 2005 bis 2021 – Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland: Angela Merkel‘ in den Geschichtsbüchern, und das ist einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft irgendwie unwürdig“, sagte die Regierungschefin in dem Teil ihrer gestrigen Rede, der überwiegend übersehen wurde. „In einer Republik sollte nach gewisser Zeit eine Veränderung an der Spitze passieren.“ Sie selber, die lange in der DDR lebte, wüsste am besten, dass die Menschen zu Recht nach Abwechsung verlangten.

Sie wird deswegen zu Beginn des neuen Jahres den Namen ihres Ehemannes annehmen. Dann wäre Angela Merkel Geschichte und die Menschen hätten die Wahl zwischen einem Kandidaten der SPD und Angela Sauer. In der CDU-Zentrale würden bereits Wahlplakate ersonnen, auf denen Slogans wie „Sauer schafft das!“, „Für die Zukunft unserer Kinder: Sauer wählen!“ oder „Sauer. Ja, warum denn nicht?“ stehen könnten.



Ihre Partei ist begeistert von dem Coup der Kanzlerin. Der scheidende Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, ein erklärter Kritiker von Merkel, sagte: „Gegen Angela Sauer kann ich derzeit noch nichts sagen. Frischer Wind ist immer gut in einer Demokratie. Ich wünsche Frau Sauer viel Erfolg.“ Andere geben zu bedenken, dass der Name Sauer „etwas negativ klingt,“ so zum Beispiel Vorstandsmitglied Volker Bouffier. „Aber er ist wohl immer noch positiver als Merkel,“ heißt es dagegen von Generalsekretär Peter Tauber. „Die Menschen wollen einen Wechsel, und sie kriegen einen Wechsel.“

Es gibt aber auch Stimmen, die für einen viel radikaleren Namenswechsel plädierten. „Meiner Meinung nach sollte Merkel ihren Geburtsnamen Kasner wählen“, so die Abgeordnete Erika Steinbach. „Und dazu ihren zweiten Vornamen, Dorothea.“

(JPL/Foto: By Armin Linnartz, CC BY-SA 3.0 de, Link)