„Gefängnisse nach Putschversuch einfach zu voll“ – Erdogan punktet mit Argument für Todesstrafe

8. August 2016 ·

Ankara (EZ) | 8. August 2016 | Seit dem Putschversuch vor rund drei Wochen steigt die Zahl der Todestrafen-Befürworter in der Türkei. Nun hat auch Präsident Erdogan schlüssige Argumente hervorgebracht, die selbst die EU von der Wiedereinführung der Todesstrafe überzeugen soll.

„Wenn es nach mir persönlich geht, dann bin ich selbstverständlich gegen diese drastische Form der Strafe“, so Erdogan heute Vormittag gegenüber Journalisten. „Aber wir haben in den vergangenen drei Wochen fast 50.000 Menschen festgenommen. Können Sie sich vorstellen, was da gerade in türkischen Haftanstalten los ist?!“



Nur aus diesem Grunde plädiere er für die Todesstrafe. „Wir müssen da einfach etwas aufräumen.“

Erdogan glaubt, dass dieses Argument auch die EU überzeugen und diese die Verhandlungen zum Beitritt der Türkei wieder aufnehmen werde. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker signalisierte bereits, dass man diese Begründung prüfen werde: „Das klingt alles schlüssig und nachvollziehbar.“

Auch der deutsche Außenminister scheint seine Meinung nach Erdogans Erklärung geändert zu haben. In einer kurzen Stellungnahme sagte Frank-Walter Steinmeier, dass der Tod ja manchmal auch „durchaus angenehmer“ sei als völlig überfüllte Gefängnisse. „Und wenn die Türkei mit dieser speziellen Form der Säuberung durch ist, kann man ja auch wieder über die Abschaffung der Todesstrafe reden.“



(JME/Foto: By Senat RP/Polish Senate – http://www.senat.gov.pl/k7/agenda/goscie/2009/090514/1.jpg, CC BY-SA 3.0 pl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8528902)

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