Syrien und Nordafrika erwarten noch mehr Flüchtlinge aus Griechenland

9. Juli 2015 ·

Sorgt sich um griechische Flüchtlinge: Syriens Präsident Baschar al-Assad.
Sorgt sich um griechische Flüchtlinge: Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Damaskus (EZ) | 9. Juli 2015 | Es wird immer dramatischer: praktisch täglich greift die syrische Marine griechische Flüchtlinge im Mittelmeer auf, die vor der schweren humanitären Lage in ihrem Heimatland fliehen. Auch Nordafrika ist betroffen.

Täglich versuchen hunderte Griechen, der immer katastrophaler werdenden Situation in ihrem Land zu entkommen. Auf seeuntauglichen und völlig überfüllten Booten wagen sie den anstrengenden und gefährlichen Weg übers Mittelmeer, um nach Syrien oder in einen nordafrikanischen Staat zu gelangen.



Viele Flüchtlinge verlieren dabei ihr Leben. Nun haben Syrien und Libyen die Weltgemeinschaft um Hilfe gebeten: „Wir können nicht alle Griechen bei uns aufnehmen,“ sagte Syriens Präsident Baschar al-Assad. „Unsere Marine ist beinahe nur noch damit beschäftigt, völlig erschöpfte und kurz vor dem Verdursten stehende Griechen aus dem Wasser zu fischen.“ Die Auffanglager seien längst überfüllt.

Natürlich sei man sich seiner humanitären Verantwortung bewusst, so al-Assad weiter. „Aber alleine schaffen wir das nicht mehr.“ Er appellierte vor allem an die Europäische Union, mehr für die Menschen in Griechenland zu tun, damit sie gar nicht erst fliehen müssten. „Das Hauptproblem sind die Schlepper – Kriminelle, die die Not der Menschen ausnutzen, sich hohe Summen zahlen lassen und die Leute dann auf die gefährliche Tour schicken.“ Innerhalb der EU wollen die meisten Flüchtlinge aus falschem Stolz lieber nicht bleiben. Zudem funktionieren in Syrien noch viele Geldautomaten und die Lebenshaltungskosten seien geringer.

Viele Griechen versuchen auch, über den Landweg ins Land zu gelangen. „Hier ist auch die Türkei in der Verantwortung,“ sagte der syrische Machthaber. „Aber die haben wohl was gegen Griechen.“



Libyen forderte, die Insel Lampedusa für Griechen zu sperren. Von dort nähmen verzweifelte Menschen den Seeweg nach Nordafrika. Dabei sei der Höhepunkt der Flüchtlingswelle noch gar nicht erreicht: „Wir erwarten noch deutlich mehr Griechen ab kommenden Montag, wenn die EU und die anderen Geldgeber nicht endlich etwas unternehmen.“

(JPL/Foto: „Bashar al-Assad“ von Fabio Rodrigues Pozzebom / ABr – http://agenciabrasil.ebc.com.br/galeria/2010-07-01/presidente-da-republica-arabe-siria-visita-congresso-nacional?foto=30062010-300610JC5128. Lizenziert unter CC BY 3.0 br über Wikimedia Commons.)

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