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Schlichtungsvorschlag abgelehnt: Kinder sind nicht bereit, Erziehern etwas von ihrem Taschengeld abzugeben

24. Juni 2015 ·

Es hätte so einfach sein können, aber viele Kinder weigern sich, den Erziehern etwas von ihrem mühsam zusammen gesparten Taschengeld abzugeben.
Es hätte so einfach sein können, aber viele Kinder weigern sich, den Erziehern etwas von ihrem mühsam zusammen gesparten Taschengeld abzugeben.

Bad Brückenau (EZ) | 24. Juni 2015 | Es war der Versuch, eine Einigung im festgefahrenen Kita-Streik zu erzielen, doch der Vorschlag der zwei Schlichter ist gescheitert: Keines der Kindergarten-Kinder in der Bundesrepublik zeigte sich bereit, den Erziehern etwas von seinem Taschengeld abzugeben und dadurch mehr Gehalt zu beziehen.Gestern Abend sah es für einen kurzen Moment so aus, als könnten die Verhandlungen im Tarifstreit für die Erzieher bald beendet sein. Die beiden Schlichter, der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD), brachten einen Vorschlag ein, dem die Verhandlungspartner große Chancen einräumten: Das Gehalt der Erzieher sollte demnach erhöht werden, indem jedes Kita-Kind einen Teil seines Taschengeldes zur Verfügung stellt.

Nun scheiterte der Vorschlag an den Kindern.

“Leider war keines der befragten 3 bis 6-jährigen Kinder bereit, den Erziehern etwas von seinem Ersparten abzugeben”, so Milbradt. “Das bedauern wir zutiefst und möchten eindringlich an die Eltern appellieren, noch einmal mit ihrem Kind über ein so ungezogenes und egoistisches Verhalten zu sprechen.”

Im Detail sollte es um gut die Hälfte des verfügbaren Taschengeldes und des auf Sparkonten hinterlegten Geldes gehen, dass die Kinder den Erzieherinnen und Erziehern abgeben sollten. Die Schlichter gehen davon aus, dass dadurch das Gehalt der Arbeitnehmer um 2,5% bzw. um 4,5% steigen könnte. Die Erhöhung sollte gestaffelt nach Qualifikation und Dauer der Anstellung berechnet werden.

Die Politik zeigte sich zunächst begeistert von dem Vorschlag der Schlichter. Die Gewerkschaft Ver.di verlangte ursprünglich 10% mehr Gehalt für jeden, will sich die Idee von Milbradt und Schmalstieg aber genauer ansehen, bevor sie sie ablehnt.

Nun scheint das ganze allerdings am Widerstand der Kinder zu scheitern. Bislang haben sich nur wenige bereit erklärt, etwas von ihrem Ersparten abzugeben. Die Schlichter wollen deshalb Claus Weselsky und Rüdiger Grube damit beauftragen, mit den Kindern zu sprechen.

(JME/Foto: “Piggy bank2” by Joyous! – Own work. [Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons])


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