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Wiedergutmachung für Prügelei: Jeder, der will, darf Til Schweiger Ohrfeige geben

23. Juni 2015 ·

Til Schweiger kurz nach der Urteilsverkündung. Er wirkt eher belustigt, was von vielen Beobachtern als arrogant bezeichnet wird.
Til Schweiger kurz nach der Urteilsverkündung. Er wirkt eher belustigt, was von vielen Beobachtern als arrogant bezeichnet wird.

Berlin (EZ) | 23. Juni 2015 | Nach der Handgreiflichkeit gegen den Schauspieler Elyas M’Barek steht das Urteil gegen Til Schweiger fest: jeder, der will, darf dem Filmemacher eine klatschen. Die Strafe wird am kommenden Samstag in der Berliner o2-World vollstreckt. Schweiger wird dort den ganzen Tag über für Menschen bereit stehen, die ihm eine kräftige Ohrfeige verpassen wollen. Einlass ist ab 7 Uhr morgens, der erste Schlag ist für 8 Uhr angesetzt.

Ausdrücklich jeder, der dazu bereit ist, darf Til Schweiger dann einen Schlag „beliebiger Härte“ ins Gesicht geben. Das Berliner Amtsgericht sieht allerdings eine Anmeldung vor. Dafür ist eine Email bis Freitag, 15 Uhr, erbeten, in der Name, Geburtsdatum und Personalausweisnummer des Austeilenden angegeben sind, um Doppelschläge zu vermeiden. Wer aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen nicht persönlich kommen kann, ist berechtigt, seinen ihm zustehenden Schlag in Schweigers Antlitz an eine Person seines Vertrauens zu vergeben.

Um Mitternacht am Samstag ist die Strafaktion dann beendet. Damit, so das Gericht, ist die Prügelei mit dem Schauspieler Elyas M’Barek vergolten. Nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises am vergangenen Wochenende kam es zu dem Handgemenge zwischen ihm und Schweiger, das nach Ansicht der Justiz „zweifellos“ von Schweiger ausging. „Aber auch sonst hätte er es verdient,“ heißt es im Urteil.

Die Strafe wird von Til Schweiger nicht akzeptiert und von seinen Anwälten als „vollkommen überzogen“, „unrechtmäßig“ und gar als „grundgesetzwidrig“ bezeichnet. Der Vorsitzende Richter stimmte dem allen „im Prinzip“ zu, ließ eine Revision aber erst nach der Vollstreckung des Urteils zu. Ein Eilantrag bei den zuständigen Behörden und beim Bundesverfassungsgericht wird aber „aus Zeitgründen ebenfalls erst nach dem Samstag“ bearbeitet werden könne, heißt es von den entsprechenden Stellen. Menschenrechtler haben nach Abwägung des bisher entstandenen Schadens durch Schweiger und der Strafe entschieden, sich nicht weiter in den Fall einzumischen.

(JPL/Foto: „TilSchweiger 2009 Toronto International Film Festival“ by gdcgraphics. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.)


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