Urheber des Walter-Scott-Videos flieht vorsorglich nach Moskau

Charleston/Moskau (EZ) | 10. April 2015 | Der Mann, der die tödlichen Schüsse eines Polizisten auf einen Unbewaffneten filmte und damit einen Skandal öffentlich machte, flieht vorsorglich nach Russland. Er habe bereits in Moskau Asyl beantragt, so Feidin Santana. Acht Mal feuerte der Polizeibeamte Michael S. auf Walter Scott, einem unbewaffneten Schwarzen. Scott erlag an Ort und Stelle an seinen Verletzungen, ohne das S. ihm Hilfe leistete. Feidin Santana, ein junger Mann, nahm den Vorfall mit seinem Handy auf und widerlegte damit die Aussagen des Polizisten, er hätte in Notwehr gehandelt.

Der Whistleblower wird nun schleunigst das Land verlassen und sich damit einer möglichen Strafverfolgung durch amerikanische Behörden entziehen. „Ich habe heimlich einen Beamten in der Ausübung seines Amtes gefilmt – das gibt Ärger„, so Santana, der von vielen Menschen dennoch als Held gefeiert wird – vor allem in Europa. Viele Amerikaner hingegen strafen ihn mit Verachtung.



Sein Weg wird ihn nun nach Russland führen, wo er in der Hauptstadt Asyl beantragen wird. Die russischen Behörden haben bereits signalisiert, seinen Antrag schnell zu bearbeiten.

Natürlich würde er auch in Ländern der Europäischen Union um Aufnahme bitten. „Aber die Chancen sind wirklich gering, dass ich mich zum Beispiel in Berlin oder London ansiedeln könnte.“

In Moskau werde er sich der wachsenden Community an US-amerikanischen Geheimnisträgern anschließen.



(JPL/Foto: Screenshot Youtube)