Brasilianischer Fußballverband: WM muss „leider wiederholt werden“, weil die Stadien nicht fertig sind

Rio de Janeiro (EZ) | 11. Juli 2014 | Der brasilianische Fußballverband CBF musste heute zerknirscht mitteilen, dass die derzeit laufende WM in Brasilien leider nicht hätte stattfinden dürfen, weil die Stadien nicht rechtzeitig fertig wurden. „Das tut uns so leid, das sagen zu müssen,“ sagte CBF-Präsident José Marin. „Vielleicht können wir uns mit der FIFA einigen, lediglich die Halbfinalspiele zu wiederholen.“Marin sagte in einer eilig organisierten Pressekonferenz, dass „leider eigentlich die gesamte Weltmeisterschaft nicht hätte begonnen werden dürfen“. Wie bereits im Vorfeld der WM weltweit gemutmaßt, wurden die Stadien in den Veranstaltungsorten gar nicht fertig. „Dass die FIFA dennoch angepfiffen hat, ist eigentlich nicht vertretbar,“ so der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes.

Das Stadion in Belo Horizonte beispielsweise, wo am Dienstag das Halbfinale Brasilien gegen Deutschland ausgetragen wurde, sei erst gestern fertig geworden. „Da fehlten einige Parkplätze vor dem Stadion, und in einer Besenkammer war kein Notlicht eingebaut.“ Sicherheitstechnisch sei das inakzeptabel. Das Stadion in Sao Paulo, Austragungsort des Spiels Argentinien gegen die Niederlande, wurde gar erst heute Morgen fertig. „Da gab es Probleme mit einer Schiebetür zu den Logen, zudem wurden an der Fassade teilweise andere Betonmischungen als vorgesehen verwendet, die die Optik erheblich beeinträchtigten.“



Das sei ihm alles „unglaublich peinlich“, aber unter den Umständen war die Eröffnung der WM einfach fahrlässig und müsste wiederholt werden. Besonders tue ihm leid, dass Brasilien nicht auf die zahlreichen Kritiker aus dem Ausland gehört habe, die im Vorfeld auf die knappen Zeitpläne hinwiesen und befürchteten, dass die Stadien nicht rechtzeitig fertig würden. Die WM hätte mindestens einen Monat nach hinten verschoben werden müssen.

Der brasilianische Verband fordert deshalb, dass die Weltmeisterschaft wiederholt wird. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das natürlich etwas eng,“ so Marin weiter. „Aber wir wollen uns nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, Zuschauer und Spieler Sicherheitsrisiken ausgesetzt zu haben.“

Sein Verband strebe nun mit der FIFA eine Einigung an, die Halbfinalspiele zu wiederholen, damit Brasilien seinen Willen zum Wiedergutmachen unter Beweis stellen kann. „Das geht dann natürlich auf unsere Kosten,“ so Marin. „Schließlich hat unser Land den ganzen Schlamassel auch verbockt.“



(BSCH/Foto: „Arena Corinthians Pitch“ von Leonardo Lourenço/Portal da Copa – http://www.copa2014.gov.br/pt-br/dinamic/galeria_imagem/42428. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.)