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Nach Ausschreitungen in Brasilien: Fifa bleibt gelassen, „solange die Stadien nur heile bleiben“

16. Mai 2014 ·

Zeigt sich entspannt ob der Lage in Brasilien: Fifa-Präsident Sepp Blatter.
Zeigt sich entspannt ob der Lage in Brasilien: Fifa-Präsident Sepp Blatter.

São Paulo (EZ) | 16. Mai 2014 | Vier Wochen vor der WM kommt es vermehrt zu Protesten in Brasilien. In mehreren Austragungsorten sind Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Milliarden-Ausgaben für die Weltmeisterschaft zu  demonstrieren. In Sao Paolo kam es zu Ausschreitungen und Straßenkämpfen. Die FIFA reagiert gelassen. Solange die neuen Stadien unbeschädigt blieben, seien Proteste in jeglicher Form völlig in Ordnung, so FIFA-Chef Sepp Blatter heute Vormittag.

In rund einem Monat beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Doch die horrenden Ausgaben in Milliardenhöhe, die vor allem in die neuen modernen WM-Stadien geflossen sind, machen die Menschen in dem Land wütend.
In Sao Paolo kam es gestern zu massenhaften Tumulten, nachdem maskierte Randalierer Geschäfte und Banken demolierten und die Polizei Tränengas und Gummigeschosse einsetzte.

Die Fifa reagierte ungewöhnlich gelassen auf die Proteste. Präsident Sepp Blatter sagte heute Vormittag, er könne die Wut vieler Bürger verstehen und es sei richtig, ihrem Frust freien Lauf zu lassen. Doch appellierte er an die Demonstranten, darauf zu achten, „dass zumindest die Stadien unbeschädigt bleiben“.

Dass viele Läden innerhalb der Stadt nun von den Menschen zerstört würden, sei völlig in Ordnung. „Aber gerade die vielen Neubauten waren einfach zu teuer, um sie jetzt solchem Vandalismus auszusetzen und für viel Geld anschließend wieder zu richten.“

Sapper empfahl stattdessen, vermehrt Gebäude zu beschädigen, die ohnehin seit Jahren marode seien und bei denen ein kaputtes Fenster mehr oder ein fehlender Stein nicht weiter ins Gewicht fiele. Besonders etliche öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Kindergärten würden sich vorzüglich dafür eignen, so der FIFA-Präsident ermunternd.

(Foto: JME/Foto: Marcello Casal Jr./ABr [CC BY 3.0 BR])


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