Vorbild Schweiz: Nordkorea will Zuzug von Ausländern stärker reglementieren

Pjöngjang (EZ) | 10. Februar 2014 | Die Regierung Nordkoreas sieht sich in dem Votum des Schweizer Stimmvolkes von Sonntag, den Zuzug von Ausländern zu limitieren, bestärkt. In einer eigenen Initiative sprach sich Regierungschef Kim Jong-un dafür aus, das Schweizer Modell zu kopieren. Nachdem das Ergebnis der Volksbefragung in der Schweiz gestern feststand, folgte umgehend eine Diktatorenbefragung in der Koreanischen Volksrepublik. Sensationelle 100 Prozent der berechtigten Staatsführer sprachen sich dafür aus, dem Schweizer Vorbild zu folgen.

Kim Jong-un, seit knapp zwei Jahren an der Macht in Nordkorea, war seinerzeit selber in der Schweiz und wurde in einer Schule bei Bern zum Alleinherrscher ausgebildet. Heute sagt er, dass er sich rückblickend selbst nicht in das kleine Alpenland gelassen hätte und beglückwünschte die Schweizer zu ihrem „mutigen Votum“.



Die Volksinitiative, die am Sonntag mit einem sehr knappen Ergebnis beschieden wurde, sieht vor, dass künftig weniger  Ausländer in das Land kommen.  Selbst mit einem Arbeitsvertrag soll es vorerst nicht möglich sein, seine Familie nachziehen zu lassen.

Nordkorea sieht in dem Quorum nur Gutes und will das Konzept kopieren. Das Land sei noch viel zu offen und man müsse den Anteil von Nicht-Nordkoreanern zurückfahren. Vor allem hochqualifizierte ausländische Geheimdienstler sollen es künftig schwerer haben, ins Land zu kommen. Kim sorgt sich nach eigenen Worten um das Volksempfinden; angeblich fühlten sich viele seiner Landsleute von Überfremdung bedroht. Zudem würden die Ausländer die Arbeitsplätze wegnehmen.

(JPL/Foto: Nicor)