Nach der US-Wahl: Berichterstatter aus aller Welt verfallen in tiefe Depressionen

Berlin (EZ) | 08. November 2012 | Die Präsident-schaftswahl in den USA ist entschieden. Ein Grund, sich wieder anderen Ereignissen zuzuwenden. Doch viele Medien haben große Probleme, sich nach monatelanger Berichterstattung über die USA auf neue Nachrichten einzustellen. Einige fordern deshalb nun jährlich stattfindende Präsidentschaftswahlen in Amerika.  

Seit Monaten beherrschte nur ein Thema die Schlagzeilen: Die Präsidentschaftswahl in den USA. Über den Kampf zwischen Obama und Romney berichteten täglich hunderttausende Medien aus der ganzen Welt.
Den Höhepunkt setzte schließlich die Wahl selbst am vergangenen Dienstag. Alleine in Deutschland wurden auf mehreren Sendern Sondersendungen gezeigt, die mehrere Stunden lang über Stunden live von den Ereignissen berichteten.

Doch dieser Nachrichtenmarathon ist nun vorbei. Die Entscheidung ist gefallen und die Berichterstatter müssen sich wieder anderen Themen zuwenden. Damit haben jedoch viele offenbar Probleme.
"Ich hatte eine wundervolle Zeit in Washington", so ein Reporter einer großen deutschen Tageszeitung, "Die letzten drei Wochen waren die spannendsten in meinem Leben. Täglich gab es neues vom Wahlkampf zu erzählen. Nie wurde es langweilig. Nun wird es eine Riesenumstellung für mich!"

Nach und nach müssen Zeitungen und TV-Anstalten wieder über das übliche Weltgeschehen berichten. Viele tun sich äußerst schwer damit.
So wird berichtet, dass sich etliche Journalisten angeblich weigern, wieder ihrer täglichen Arbeit nachzukommen.
Ein Korrespondent aus Frankreich soll sogar erheblichen Widerstand geleistet haben, als seine Redaktion ihn aus Ohio zurückholen wollte.

"Es stimmt, wir beobachten dieses Phänomen alle vier Jahre", so Mathias Döpfner, Vorsitzender der Axel Springer AG. "Viele Kollegen verfallen nach den US-Wahlen in tiefe Depressionen, weil sie plötzlich wieder über Dinge schreiben müssen, die häufig belanglos oder schlichtweg unwichtig sind. Es dauert einige Wochen, manchmal auch Monate, bis der Tagesbetrieb wieder reibungslos funktioniert."

Aus diesem Grunde hat sich eine Gruppe internationaler Medienvertreter zusammengetan mit der eindringlichen Bitte an die USA, zukünftig jährlich einen neuen Präsidenten zu wählen und nicht mehr alle vier Jahre.
"Die monatelange Berichterstattung darüber macht einfach Riesenspaß und verschafft uns Traumquoten bzw. hohe Auflagen", so ein Sprecher.
Eine jährlich stattfindende Wahl sei somit ein Geschenk für jeden Journalisten.
 

(JME/ Foto: Caroline Culler)
ReporterIn den vergangenen Monaten haben Reporter aus aller Welt immer wieder Bürger befragt, wer wohl der nächste US-Präsident werden wird. Dies ist seit Dienstag vorerst wieder vorbei, womit nur sehr wenige zurecht kommen.



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