Namensrechte verkauft: Beliebtes Spiel heißt jetzt »Reise nach Unterhaching«

18. April 2021 ·

Wie hier in den USA müssen sich die Menschen weltweit an den neuen Namen «Trip to Unterhaching« gewöhnen.
Wie hier in den USA müssen sich die Menschen weltweit an den neuen Namen «Trip to Unterhaching« gewöhnen.

Unterhaching (EZ) | Bei der Auktion um die Namensrechte für das populäre Spiel »Reise nach Jerusalem« konnte sich ein absoluter Underdog durchsetzen, dem im Vorfeld kaum jemand Chancen gab.

Bislang konnte sich jedes Jahr aufs Neue die israelische Stadt Jerusalem die begehrten Rechte sichern, weshalb sich viele Menschen einen anderen Namen für das Freizeitvergnügen gar nicht mehr vorstellen können. Aber von nun an werden sich alle, die das Spiel anbieten oder selbst spielen, an »Reise nach Unterhaching« gewöhnen müssen.



Die bayrische Kleinstadt kann ihr Glück kaum fassen. »Das waren spannende Tage«, gibt Sandra Baumgartner, die Unterhändlerin der Gemeinde, zu. »Dieses Jahr war die Konkurrenz ja besonders groß, Tokio zum Beispiel und Madrid waren mit dabei.«

Jerusalem musste sich schon am Vortag aus dem Rennen zurückziehen, weil die Stadtoberen die diesjährigen Gebote für überzogen hielten. Sie vermuten auch Preisabsprachen unter den anderen Bietern aus aller Welt – Vorwürfe, die Unterhaching strikt zurückweist.

»Wir hatten sicher als letzte gedacht, dass wir den Zuschlag erhalten«, so Baumgartner. »Am Ende zahlte sich aus, dass wir die Nerven behielten.« Tatsächlich versuchten Warschau, Liverpool und Buenos Aires allzu offensichtlich, ihre finanziellen Mittel größer erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich waren. »Aber diese Bluffs waren durchschaubar.«



Nun wechseln die internationalen Namensrechte für 27,8 Millionen Dollar (etwa 23 Millionen Euro) nach Unterhaching – nie zuvor musste mehr bezahlt werden. Die Gemeinde trägt die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte kommt von privaten Spendern sowie vom Land Bayern.

»Das ist viel Geld, gerade jetzt in der Krise«, lässt sich der Bürgermeister Wolfgang Panzer zitieren. »Aber der werberische Erfolg wird immens sein.« Die Stadt und das Land rechnen mit einem enorm steigenden Bekanntheitsgrad, der sich schließlich auch im Tourismus und in der Wirtschaft niederschlagen werde.

(JPL/Foto: By Lance Cpl. Manuel F. Guerrero – Public Domain, via Wikimedia Commons)

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