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Kremlkritikerin so gut wie tot, weil sie Architektur des Komplexes wiederholt kritisierte

19. September 2020 ·

Muss sich die Welt erneut Sorgen machen? Die russische Architektin Nadeschda Slanasnj schwebt nach Meinung vieler Beobachter in Lebensgefahr, weil sie sich öffentlich als Kremlkritikerin outete. In einem Essay kritisierte sie die Bauweise des Gebäudekomplexes, der in großen Teilen als Amtssitz des russischen Präsidenten dient. Slanasnj bemängelte unter anderem die ihrer Meinung nach nicht sehr schönen Türme, die größtenteils aus dem 15. Jahrhundert stammen und sich stilistisch zu stark von den großen Residenzbauten unterscheiden würden. „Schauen sie sich den Erlöserturm an und dann, in Sichtweite, den Kremlpalast aus dem 19. Jahrhundert. Ich meine, ernsthaft: Wie passt das denn bitte zusammen?“, schreibt Slanasnj. Damit nicht genug: Auch die Sakralbauten bleiben nicht vor ihrem Urteil verschont. „Gleichfarbig, alle mit goldenen Kuppeln. Also echt, da hätte man ein bisschen mehr Fantasie und Einfallsreichtum walten lassen können.“ Der Komplex sei ihrer Ansicht nach nicht mehr zu retten. Sie plädiert daher für einen Komplettabriss. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich der Name Slanasnj einreiht in die lange Liste der mundtot gemachten oder auf ungeklärte Weise ums Leben gekommenen Kremlkritiker. (EZ)


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