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E wie Wissen!

18. April 2020 ·

Redewendungen und ihre Bedeutung: jedes Wochenende erklären wir in leicht verständlicher Sprache Herkunft und weiteres Wissenswertes über gebräuchliche Phrasen der deutschen Sprache. Heute: „Mein lieber Herr Gesangsverein!“ und „Etwas in den falschen Hals bekommen“.

Mein lieber Herr Gesangsverein!

Die Herkunft des beliebten Ausspruchs „Mein lieber Herr Gesangsverein“ entspringt, nicht wie man vielleicht vermuten könnte, der musikalischen Szene, sondern entfuhr dem deutschen Kaiser Wilhelm I., als er in einer öffentlichen Rede 1872 seinem treuen Dienerstab dankte.

Darunter auch Wilhelms langjähriger persönlicher Hofdiener und enger Freund Karl-Heinz Gesangsverein.

Die Rede schloss seinerzeit mit den Worten: „Auch Ihnen möchte ich ganz besonderen Dank aussprechen, mein lieber Herr Gesangsverein!“

Bis heute gilt der Spruch als Ausdruck großer Freude und Begeisterung.


Etwas in den falschen Hals bekommen

Der Ausdruck „etwas in den falschen Hals bekommen“ kennt jeder. Er steht für „etwas falsch verstanden haben“. Doch haben Sie gewusst, dass es eine der ältesten Redensarten der Menschheit ist?

Genaugenommen geht sie zurück auf eine der ersten frühzeitlichen Menschheitsgattungen, dem Homo aregules – einer Art, die vor rund 3,5 Mio. Jahren lebte, noch vor dem Homo rudolfensis und dem Homo habilis.

Den Homo aregulus zeichneten vor allem das mickrige Gehirn und die zwei Hälse aus. Während der rechte Hals ausschließlich für den Transport der Nahrung in den Magen zuständig war, stellte der linke Hals die Luftverbindung her, sodass der Homo aregules atmen konnte.

Nun kam es jedoch damals häufiger vor, dass beim Schlucken der Nahrung Reste versehentlich statt in den rechten in den linken Hals rutschten, was die Luftzufuhr unterbrach und zum Ersticken führen konnte. Wissenschaftler glauben bis heute, dass nicht zuletzt solche Unfälle zum Aussterben dieser Gattung führten.

Bereits damals benutzten Angehörige der Gattung Homo aregules deshalb untereinander schon den Ausruf „Uh uh uhhh“, was in unsere heutige Sprache übersetzt so viel heißt wie „Na, das hast du wohl in den falschen Hals bekommen, wie?“

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