Nach Mundschutzpflicht: Hässlichster Bürger Jenas freut sich, endlich wieder sorglos in die Öffentlichkeit gehen zu können

Jena (EZ) | Gute Nachrichten für Horst Schlesinger aus Jena. Seit es in seiner Heimatstadt die Mundschutzpflicht gibt, traut sich der einst zum hässlichsten Bürger der Stadt gewählte 42-Jährige wieder aus dem Haus – ohne Hohn und Spott ernten zu müssen.

„Ja, natürlich freue ich mich“, so der arbeitslose Mechatroniker in einem Gespräch via Skype mit der Einen Zeitung, das zum Schutz unseres Redakteurs ohne Videofunktion geführt wurde.



Vor drei Jahren wurde Schlesinger zum offiziell hässlichsten Bürger Jenas gewählt. Seitdem traute er sich kaum noch aus dem Haus. „Immer wenn mir Menschen begegneten, drehten sie sich angewidert weg und wechselten die Straßenseite. Das war schon irgendwie ein blödes Gefühl.“



Entsprechend erleichtert reagierte er, als vergangene Woche die Mundschutzpflicht in seiner Stadt eingeführt wurde, um die Infektionsgefahr mit dem gefährlichen Coronavirus einzudämmen.

„Ja, Corona ist natürlich echt eine üble Sache, doch für mich ist es das Beste, was passieren konnte.“



Er könne nun wieder problemlos vor die Tür treten, ohne dass sich jemand vor ihm ekelt. Erst kürzlich habe er sich sogar mit einem Nachbarn unterhalten. „Selbstverständlich mit ausreichend Abstand“, wie er betont.

Als nächstes plant der 42-Jährige einen Besuch auf dem Grünmarkt. „Ich kann’s kaum erwarten, Äpfel zu kaufen und mit dem Verkäufer einen kurzen Plausch zu halten.“

Er hofft, dass das Coronavirus noch ein paar Monate grassiert und die Mundschutzpflicht bleibt. „Ich habe mich seit Jahren nicht mehr so wohl gefühlt“, so Schlesinger glücklich.

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