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Wie weit darf Integration gehen? – Erste Flüchtlingsfamilie stellt Gartenzwerg in ihren Schrebergarten

Diesen kleinen Gartenzwerg stellte sich die Familie aus Syrien in den Garten.


Mannheim (EZ) | Ist das zu viel der Integration? In Mannheim sorgt eine Flüchtlingsfamilie für Kopfschütteln bei ihren deutschen Nachbarn, weil sie sich einen Gartenzwerg in den Schrebergarten stellte.

Die fünfköpfige Familie, die vor vier Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, hat sich eigenen Angaben zufolge sehr schnell eingelebt. Nachdem der Mann bereits nach wenigen Monaten einen Job als Taxifahrer finden konnte und nebenbei mit seiner Frau einen Sprachkurs besuchte, hat sich die Familie eine kleine Parzelle mit Garten in einem Mannheimer Randgebiet gekauft.



Die zunächst skeptischen deutschen Nachbarn reagierten verhalten bis positiv auf die bis dato erstaunlich gut integrierte Familie. „Die Frau trug kein Kopftuch und grüßte uns immer mit ‚Schönen guten Tag‘. Das fanden wir schon beeindruckend“, so eine benachbarte Rentnerin. „Selbst die drei Kinder waren freundlich. Sowas haben wir hier ja überhaupt nicht erwartet. Wir dachten zuerst, die wollen uns beklauen.“

Doch dann übertrieb es die syrische Familie offenbar. „Plötzlich stand ein Gartenzwerg in ihrem Garten“, so ein älterer Herr, der nur wenige Meter weiter eine Parzelle hat, entrüstet. „Ich dachte, ich sehe nicht recht! Ein Gartenzwerg! Selbst mein Sohn ist da nicht so deutsch!“ Ein paar Tage später gesellten sich sogar vier weitere Gartenzwerge dazu.

Tatsächlich entbrannte kurz darauf eine Diskussion in der Nachbarschaft darüber, ob es die Familie mit der Integration übertreibt. „Integration von Migranten schön und gut. Aber sie hat auch ihre Grenzen!“, echauffiert sich ein weiterer Nachbar.

Die syrische Familie allerdings sieht ganz woanders Handlungsbedarf. „Mein Nachbar ist etwas spät dran mit dem Rasenmähen“, sagt der älteste Sohn mit Unmut in der Stimme. „Außerdem hat neulich jemand sonntags Flaschen in den Altglascontainer geworfen und bis Mitternacht Musik gehört.“ Er habe daraufhin die Poilzei gerufen. „Das geht schließlich gar nicht!“

(JME/Foto: CC BY-SA 3.0, Link)

Artikel erschien erstmals im Mai 2017.

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