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Statt Zeitschriften: Immer mehr Arztpraxen verteilen Handys im Wartezimmer

26. August 2019 ·

Zeitschriften im Wartezimmern - das soll es bald nicht mehr geben.
Zeitschriften in Wartezimmern - das soll es bald nicht mehr geben.

Berlin (EZ) | Weil immer häufiger Zeitschriften in Wartezimmern unberüht bleiben und viele Patienten stattdessen zu ihrem Smartphone greifen, wollen Arztpraxen künftig komplett auf Printmagazine verzichten und stattdessen Handys auslegen.

Den Anfang machte die Internistische Gemeinschaftspraxis von Dr. Schmidt und Dr. Felsinger in Berlin. Dort wurden zu Beginn des Jahres sämtliche Zeitschriften-Abos gekündigt. Stattdessen liegen Handys und Smartphones auf dem Tisch im Wartezimmer.

„Wir haben auf jedem Smartphone Medien-Apps installiert – darunter die BUNTE, die BRIGITTE, die Gala, aber auch seriöse Nachrichtenportale wie SPIEGEL, STERN oder der Postillon“, so Arzthelferin Nadine Schuster“. Außerdem gebe es ein paar zusätzliche beliebte Apps wie Facebook, Instagram, Whatsapp oder Snapchat.
Doch auch für die ältere Generation sei vorgesorgt worden. „Wir haben zwei alte Nokia 3210 Handys, auf denen man sich die Wartezeit mit Snake-Spielen vertreiben kann.“

Bei den Patienten kommt der neue Service sehr gut an. „Ich lese gerne den Spiegel, aber immer wenn ich hier bin, ist der gerade vergriffen und jemand anderes liest ihn“, so Thomas L., der sich einen üblen Magen-und-Darm Virus eingefangen hat. „Nun kann ich ihn einfach über Smartphone lesen, und muss nicht einmal meinen eigenen Akku dafür verbrauchen.“ Außerdem seien die eigenen Handys in Wartezimmern ja meist ungerne gesehen oder ganz verboten.

Laut Nadine Schuster gibt es noch einen weiteren Vorteil an den Smartphones. „Früher fehlten immer mal wieder ein paar Seiten, die herausgerissen wurden, das war ziemlich ärgerlich, weil andere Patienten dann nicht die komplette Zeitschrift lesen konnten.“ Nun würden pro Woche zwar zwei bis drei Smartphones von Patienten heimlich eingesteckt und mitgenommen werden, aber „die, die da bleiben, sind wenigstens nutzbar und die Patienten können alles lesen, was sie möchten.“

(JME/Foto: By Horst J. MeuterOwn work, CC BY-SA 4.0, Link)

Erstmals veröffentlicht am 21.08.2019


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