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Um Waldbrände zu vermeiden: Regierung lässt eilig sämtliche deutsche Wälder roden

18. Juli 2019 ·

Sieht aus wie ein Waldbrand, ist aber bloß eine Rodung zur Vermeidung von Waldbrände.
Sieht aus wie ein Waldbrand, ist aber bloß eine Rodung zur Vermeidung von Waldbränden.

Berlin (EZ) | Gestern Abend ist einem Beamten der Regierung aufgefallen, dass die hohen Temperaturen in Verbindung mit der Trockenheit auch in Deutschland für ein erhöhtes Waldbrandrisiko sorgen könnten. Deshalb lässt die Kanzlerin seit den frühen Morgenstunden eiligst Wälder in der gesamten Bundesrepublik roden, um die Gefahr zu dämmen.

In den nächsten Tagen und Wochen rechnen die Wetterexperten wieder mit einer großen Hitzewelle und wenig Regen: ideale Voraussetzungen für wuchtige Waldbrände. Das ist gestern Abend vor dem Zubettgehen einem Beamten der Bundesregierung aufgefallen. „Danach konnte ich kaum einschlafen“, so der 56-Jährige, der in gehobener Stellung im Innenministerium arbeitet. „Diese Gefahr ließ mich nicht mehr los, deshalb habe ich schnell zum Hörer gegriffen und mich direkt mit dem Kanzleramt verbinden lassen.“

Dort wurde man schnell hellhörig. Umgehend wurde die Kanzlerin informiert, die daraufhin Kanzleramtsminister Helge Braun beauftragt hat, alles notwendige in die Wege zu leiten, um die Bevölkerung zu schützen.

Seit den frühen Morgenstunden sind rund 40.000 Arbeiter im Einsatz, um möglichst alle gefährdeten Wälder zu roden. Beteiligt sind Feuerwehren, die Polizei, das technische Hilfswerk, Freiwillige und in einigen Teilen sogar die Bundeswehr.

Viele Menschen erfreuen sich unterdessen an dem durch die Rauchwolken verdunkelten Himmel, der teilweise wohltuenden Schatten spendet. „Nur in der Nähe der Rodungen ist es halt noch ein wenig heißer, aber was soll’s. Muss ja getan werden“, so ein Familienvater aus Erfurt.

„Das Ganze klappt bisher ganz gut“, sagte Minister Braun vor wenigen Minuten. „Bis jetzt haben wir keine Waldbrandtoten zu beklagen, und es sieht so aus, als könnten wir spätestens morgen Abend wieder in Ruhe schlafen.“ Die Kanzlerin hat bereits erste Glückwünsche für die erfolgreiche Arbeit verkünden lassen.

Natürlich verläuft so eine „gigantische Aktion“ (Braun) nicht komplett ohne Unmut. „Einige Häuser mussten leider mit verbrannt werden. Die kurze Vorbereitungszeit ließ uns keine Möglichkeit, vorher noch Pläne zu erstellen, wo wir besser abholzen statt zu roden.“ Immerhin: die meisten betroffenen Bewohner konnten bei Verwandten unterkommen. Ihnen steht nun eine Entschädigung zu, wie Braun wissen ließ. „Und etwas Dankbarkeit wäre auch angemessen: so etwas wie der wochenlange Brand in Mecklenburg-Vorpommern wird sich nicht wiederholen.“

(JPL/Foto: „Northwest Crown Fire Experiment“ by (Photograph used by permission of the USDA Forest Service.) – Bunk S: World on Fire. PLoS Biol 2/2/2004: e54. doi:10.1371/journal.pbio.0020054.g001. Licensed under CC BY 2.5 via Wikimedia Commons.)

Artikel erschien erstmals am 3.7.15


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