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„Wurden falsch übersetzt“: Sächsische Pegida-Demonstranten werfen ARD-Magazin Manipulation vor

Pegida - hier ein Symbolbild - gibt's noch.


Dresden (EZ) | 5. Juli 2019 | Hat die Lügenpresse wieder zugeschlagen? Das ARD-Magazin „Kontraste“ lässt in seiner neusten Ausgabe Pegida-Demonstranten in Dresden zu Wort kommen, die sich in irritierender Weise zum Mord an Walter Lübcke äußern. Die Befragten sagen nun, die Journalisten hätten ihre Aussagen falsch übersetzt. 

Am Montag trafen sich wieder Hunderte Menschen im sächsischen Dresden, um gegen die Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren. Ein Team der ARD nutzte die Gelegenheit, um Stimmen zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke einzufangen. Am gestrigen Donnerstag wurden die teilweise verstörenden Äußerungen ausgestrahlt, die schnell eine Debatte über das fragwürdige Verständnis von Pegida zu rechter Gewalt auslösten. 



Einer der Demonstranten sagt, er hätte nicht gesagt: „Im Vergleich zur linksextremen Gefahr ist ein Mord alle zwei, drei Jahre aus irgendwelchen Hassgründen relativ normal.“ Der Mann sagt, seine Wort seien von den linksliberalen Journalisten falsch aus dem Sächsischen übersetzt worden. „So etwas würde ich nie sagen“, teilte er diesem Blatt mit. „Ich sagte: ‚Gewalt hat in der politischen Auseinandersetzung nichts zu suchen. Menschen, die andere umbringen, müssen hart verurteilt werden. Man kann unterschiedlicher Meinungen sein, aber das darf niemals in Gewalt, Bedrohung oder Demütigung enden. Niemals!'“ 

Einen anderen Teilnehmer der Demo zitiert das Magazin wie folgt: „[…] Dann ist das ja eigentlich bald eine menschliche Reaktion.“ – Reporterin: „Der Mord ist eine menschliche Reaktion?“ – „Wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt es wieder raus.“ Auch dieser Mann fühlt sich völlig missverstanden. „Das ist ja Rufmord, mich so dermaßen falsch darzustellen“, regt er sich auf. „Tatsächlich sagte ich: ‚Der Mord an Herrn Lübcke ist zutiefst zu verurteilen, so etwas darf nicht akzeptiert oder gar gutgeheißen werden.'“ Die Zwischenfrage der Reporterin habe er aufgrund des Lärms falsch verstanden. „Aber darauf antwortete ich tatsächlich: ‚Ich war sicherlich nicht mit Herrn Lübcke einer Meinung. Aber Mord, nur weil er Dinge anders sieht als ich? Nein, unvorstellbar. Mein tief empfundenes Beileid der Familie.'“

Auch Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann äußert sich. „Im Film klingt es jetzt so, als würde ich, total dämlich, immer wieder nach einer Schere fragen. In Wahrheit habe ich lediglich mehrmals gesagt: ‚Ich kann immer noch nicht glauben, dass so eine Wahnsinnstat geschehen konnte. Widerlich. Der Täter muss hart bestraft werden und die Hintermänner dingfest gemacht werden.'“ Dass er nicht in die Kamera blickte und seine Sonnenbrille nicht abnahm, erklärt er mit der Scham, die ihn noch immer ergreift, wenn er daran denke, dass der Tatverdächtige mit ihm und seiner Bewegung in Verbindung gebracht wird.

Nun denken die Betroffenen darüber nach, juristische Schritte gegen den Sender einzuleiten. „Zur Sorgfaltspflicht gehört es doch wohl auch, Journalisten zu entsenden, die die Landessprache verstehen und korrekt wiedergeben können“, schreibt einer der beauftragten Anwälte. 

(JPL/Foto: bearbeitet, By Kalispera Dell – https://www.panoramio.com/photo/116227104, CC BY 3.0, Link)

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