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Satzzeichen-Reform: Komma darf künftig hinter jedes Wort gesetzt werden

7. Mai 2019 ·

Ist bei den Deutschen seit Jahren äußerst unbeliebt: Das Komma (Archivaufnahme)
Ist bei den Deutschen seit Jahren äußerst unbeliebt: Das Komma (Archivaufnahme)

Berlin (EZ) | Seit Jahrzehnten haben die Deutschen große Probleme mit der Komma-Regel. Viele wissen nicht, wann und wo ein Komma gesetzt wird. Nun hat die Bundesregierung eine Satzzeichen-Reform beschlossen, die besagt, dass hinter jedes Wort ein Komma eingefügt werden darf.

Einer repräsentativen Umfrage zufolge zählt das Komma bei den Deutschen zu dem unbeliebtesten Satzzeichen 2019. Dies liegt vor allem daran, dass viele nicht wissen, an welche Stelle es gesetzt werden muss. Mal ist ein Komma zu viel im Satz enthalten, mal eines zu wenig.

Doch damit soll ab dem nächsten Jahr Schluss sein. Wie nun bekannt gegeben wurde, soll die Komma-Regel radikal vereinfacht werden.

„Die Zeiten, in denen ein Komma beispielsweise nur zur Trennung von Nebensätzen oder nach Aufzählungen gesetzt werden darf, sind damit vorbei“, heißt es in einer offiziellen Erklärung aus dem Bundestag. Ab dem 01. Januar 2020 sollen Kommata dann regulär hinter jedes Wort eingefügt werden dürfen, ohne dass man sich länger hinterfragen müsse, ob es an dieser Stelle nun richtig ist oder nicht.

Ein bisher handelsüblicher Satz wie „Der Ball, der durch das Fenster flog, hinterließ nur wenig Schäden, da er sehr weich war“ soll künftig entsprechend wie folgt geschrieben werden: „Der, Ball, der, durch, das, Fenster, flog, hinterließ, nur, wenig, Schäden, da, er, sehr, weich, war.“

Dass unter der neuen Komma-Regel eventuell auch die Aussprache und Betonung leiden könnten, wird indes nicht angenommen.
„Nein!“, so die offizielle Meinung dazu.

Dem Wunsch vieler Bürger, das ungeliebte Satzzeichen komplett abzuschaffen, konnte der Bundestag dagegen nicht nachkommen.
„Das Komma steht seit 1852 neben dem Punkt, der geöffneten Klammer und dem Semikolon offiziell unter Satzzeichenschutz. Eine Abschaffung ist demnach leider nicht möglich“, heißt es in einer Erklärung.

(PFE)

Erstmals veröffentlicht am 02.11.2012


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