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Gescheiterte Existenz: Mann verklagt seine Eltern, weil er nicht abgetrieben wurde

Könnte auch kein Leben führen: Jürgen L. (38) klagt gegen seine Eltern, weil sie ihn damals nicht abgetrieben haben.


Nürnberg (EZ) | Ein Mann aus Nürnberg hat Klage gegen seine Eltern eingereicht. Wie sein Anwalt mitteilte, geht es um den Vorwurf, dass sie den 38-Jährigen vor knapp 39 Jahren nicht abgetrieben hätten.

„Mein Mandant klagt seine Eltern an, weil sie ihn damals nicht mit in die Familienplanung eingebunden haben“, so Rechtsanwalt Holger Precht*. Was folgte, war ein unglückliches, erfolgloses und pannenreiches Leben, das dem heute 38-Jährigen im Falle einer Abtreibung erspart geblieben wäre.



„Schon in der Schulzeit war mein Mandant ein Außenseiter, der von den Mitschülern jahrelang gemobbt wurde. Er verließ die Schule nach der achten Klasse und fing mehrere erfolglose Lehren an.“ Auch in der Liebe sei es nicht besser gelaufen, so Precht weiter. „Weder beim anderen noch beim gleichen Geschlecht fand mein Mandant sein großes Glück. Selbst die Pädophilie hat ihm nicht weitergeholfen.

2004 versuchte L. zur Mittagszeit ein 15-jähriges Mädchen in einem Einkaufszentrum zu vergewaltigen, wurde jedoch rechtzeitig vom Opfer selbst sowie von mehreren Kunden an der Kasse daran gehindert.

Im Jahr 2005 folgten innerhalb weniger Monate mehrere schwere Unfälle sowie eine seltene, schmerzhafte, jedoch nicht behandelbare chronische Harnwegserkrankung, die ihn schließlich arbeitsunfähig machte.

Heute lebt Jürgen L. von Hartz IV in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung am Rande Nürnbergs.
„Wir sind uns darüber einig, dass dies alles höchst wahrscheinlich nicht geschehen wäre, hätten seine Eltern damals nicht so eigensinnig gehandelt und meinen Mandanten rechtzeitig abgetrieben.“

Die beiden Angeklagten sehen der Gerichtsverhandlung gelassen entgegen. Wie ihr Anwalt mitteilte, halten sie es für nahezu ausgeschlossen, eine rückwirkende Abtreibung zu erzielen. Zudem gaben sie an, das Leben ihres Sohnes immer amüsiert verfolgt zu haben.

Der erste Prozesstag ist für kommenden Montag angesetzt.
L. selbst wird der Verhandlung fern bleiben, nachdem ihm vor einigen Tagen ein Teil der Kücheneinrichtung auf den Kopf gefallen ist und er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt.

* Name geändert

(PFE/ Foto: By Sławek – alteration of [1], CC BY-SA 2.0, Link)

Erstmals veröffentlicht am 09.01.2012

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