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Bundesregierung beschließt Verlängerung der gesetzlichen Schwangerschaft

So etwas soll es in Zukunft nicht mehr geben: Mit der Verlängerung der Schwangerschaft um bis zu sechs Monate gehören schreiende, unselbständige und teilweise alles andere als ansehnliche Neugeborene der Vergangenheit an.


Berlin (EZ) | Nach monatelangem Tauziehen hat die Bundesregierung heute Morgen die Verlängerung der gesetzlichen Schwangerschaft beschlossen. Diese soll fortan 15 Monate statt der bisherigen neun bis zehn Monate betragen. Ärzteverbände und Wissenschaftler reagierten mit Fassungslosigkeit auf das neue Gesetz.

„Wir freuen uns, hier endlich eine Einigung erzielt zu haben“, so Regierungssprecher Steffen Seibert am Vormittag. Bereits seit einigen Jahren wird über eine mögliche Verlängerung des Regelschwangerschaftssatzes debattiert, nachdem es immer wieder Zweifel an der bisherigen Laufzeit gegeben hat. Vor allem viele Mütter beklagen seit Jahren den unfertigen Zustand und die oft abschreckende Optik ihrer Neugeborenen.



Man habe sich daher stark an der Tierwelt orientiert, so Seibert. Besonders die Elefanten gingen mit gutem Beispiel voran. „Sie sind bis zu 22 Monate trächtig und gebären schließlich ein Junges, das bereits knapp 100 kg wiegt und selbstständig laufen kann. Hier spart man sich eine Menge Arbeit.“

Vielen in der CDU/CSU-Fraktion ist seit Jahren ein Dorn im Auge, dass Neugeborene weitestgehend nackt auf die Welt kommen. In diesem Punkt konnte sich aber die SPD durchsetzen. Justizministerin Katarina Barley sagte, jeder habe das Recht, so geboren zu werden, wie es ihm gefällt. Dennoch wird für Ende 2018 bereits eine Novelle des Gesetzes angepeilt. Babys sollen dann zumindest nicht mehr durch die Vulva das Licht der Welt erblicken, da dies für Kinder in dem Alter kein vertretbarer Anblick sei.

Währenddessen laufen Ärzteverbände und Wissenschaftler Sturm gegen das neue Gesetz.

Auch die Mehrheit der Mediziner kämpft seit langem für eine Schwangerschaftsreform. „Nun wird der Frau noch mehr aufgebürdet, was wir in den heutigen Zeiten nicht nachvollziehen können.“ Das Modell des Marburger Bundes sah eine Teilung der Schwangerschaft zwischen Mann und Frau vor und damit eine Halbierung der effektiven Schwangerschaft.

 

(PFE/Foto: Inferis [CC BY-SA 2.0])

Artikel erschien erstmals am 14.07.2011

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