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„Absolut albern“: ‚Rheinbündler‘, ‚Bürger des Fränkischen Reichs‘ und ‚Bewohner des Königreichs Hannover‘ kritisieren Reichsbürger

24. Juli 2018 ·

Aachen | Das gibt es selten: Eine vereinte Front, die die Rechtmäßigkeit des Deutschen Reichs infrage stellt, hat heute die Weltanschauung der sogenannten Reichsbürger stark kritisiert.

In der gemeinsamen Erklärung bezeichnen die Verfechter des einst von Napoleon gegründeten Rheinbundes, die „Bürger des Fränkischen Reichs in den Grenzen von 800 n. Chr.“, die „Einwohner des Königreichs Preußen in der Form bis 1871“ und die „Bewahrer des Königreichs Hannover“ die Ideologie der selbsternannten „Reichsbürger“ als „dumm, geschichtsvergessen und lächerlich.“

Schon der Gedanke, das Deutsche Reich von 1871 wäre in irgendeiner Art und Weise legitimiert gewesen, sei „absolut lachhaft“ und „nicht nachvollziehbar“, so die Unterschreiber. „Es ist geradezu gefährlich und zeugt von geringer Bildung, wenn man die Gründung des Kaiserreichs unter dem Hause Hohenzollern als Tatsache darstellt.“ Die Politik Otto von Bismarcks hätte gegen damals geltende Vereinbarungen zwischen den Völkern verstoßen und sei damit „in keinster Weise hinzunehmen.“ Letztendlich habe dies auch zu den großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts geführt.

Unter den Unterzeichnern gibt es zwar große Streitpunkte, beispielsweise behaupten die „Bürger des Fränkischen Reichs“, das Königreich Preußen hätte schon keine Legitimation gehabt und die Hannoveraner seien „eingefallene Schwaben, die sich ihr Hoheitsgebiet einfach geklaut haben.“ Nun gelte es aber, gemeinsam gegen die Reichsbürger vorzugehen, die mit ihrer „Verbohrtheit und dem Starrsinn“ alle historischen Fakten ignorierten.

(JPL/Bild: By Deutsches_Reich1.png: kgbergerderivative work: Wiggy! (talk) – Deutsches_Reich1.png, CC BY-SA 3.0, Link)

Sie lasen einen Archivartikel, der zuerst im Oktober 2016 erschienen ist. 


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