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„Der Asylstreit belastet uns halt alle sehr“ – Nationalmannschaft gibt Merkel und Seehofer Schuld an Niederlage

In diesem Stadion in Moskau machten sich gestern 23 deutsche Nationalspieler große Sorgen.


Moskau (EZ) | 18. Juni 2018 | Es war die Überraschung der bisherigen WM: Titelverteidiger Deutschland verlor sein Auftaktspiel gegen Mexiko mit 0:1. Die Gründe für die schlechte Leistung wurden schnell gefunden: Durch den anhaltenden Asylstreit zwischen Merkel und Seehofer konnte die Mannschaft von Joachim Löw eigenen Angaben zufolge einfach nicht befreit aufspielen.

„Das belastet uns natürlich schon alle sehr“, so Verteidiger Mats Hummels kurz nach der Partie. „Wir bekommen die Nachrichten aus Deutschland ja mit. Da fällt es schwer, abzuschalten und mal eben so eine erfolgreiche WM zu spielen.“



Ähnlich äußerte sich Mannschaftskamerad Toni Kroos. „Ich habe schon vor dem Anpfiff gemerkt, dass es mir nicht richtig gut geht mit diesem Gefühl, nicht zu wissen, wie sich Frau Merkel und Herr Seehofer nun in der Asylfrage einigen werden.“ Auch während des Spieles habe der Mittelfeldstratege permanent das Bedürfnis gehabt, zu seinem Handy auf der Bank zu laufen und zu schauen, ob es mittlerweile eine Einigung gebe.

DFB-Trainer Löw bat um Verständnis für die enttäuschende Leistung seiner Mannschaft. „Obwohl ich mich mit allen Spielern seit Tagen ausführlich über die Asylpolitik und den Streit zwischen CDU und CSU unterhalten habe, ist es mir offenbar nicht gelungen, dass Thema komplett aus den Köpfen zu bekommen. Dafür möchte ich mich entschuldigen.“

Er habe gemerkt, dass es bei einigen Spielern innerlich brodelte. „Viele waren natürlich besorgt und fragten mich immer wieder, ob denn jetzt die ganze Bundesregierung zusammenstürze und ob das langfristig zu einem Dritten Weltkrieg führen könne. Bei solchen teils existenziellen Fragen ist es doch völlig selbstverständlich, dass das Team nicht komplett befreit auftreten und Mexiko an die Wand spielen kann.“

Löw appellierte deshalb dringend an die Bundeskanzlerin und den Innenminister, ihren Streit spätestens bis Samstag beizulegen: „Sonst sehe ich schwarz für das Spiel gegen Schweden. Und für die Zukunft Deutschlands.“

(BSCH/Foto: By Mos.ru, CC BY 4.0, Link)

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