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Viel humaner: Polizei stellt auf Zuckerspray statt Pfefferspray um


Berlin/Wiesbaden (EZ) | Es klebt, ist sehr unangenehm, schmeckt aber deutlich besser und brennt nicht: Die Polizei in Deutschland stellt auf Zuckerspray um. Es wird das vielfach kritisierte Pfefferspray ersetzen.

Zuckerspray soll keine bleibenden Schäden hinterlassen, mit einfachem Wasser abwaschbar sein – wenn es auch sehr lange dauert, es zu entfernen – und die Augen der Getroffenen größtenteils verschonen. Stattdessen verklebt es Haut, Haare und Kleidung so sehr, dass die Getroffenen sich kaum mehr bewegen können.



Innenminister Horst Seehofer (CSU) stellte die neue Wunderwaffe der Polizei heute der Öffentlichkeit vor. Künftig sollen alle Bereitschaftspolizisten damit ausgestattet werden. „Bis 2019 wollen wir dann das Pfefferspray komplett ersetzt haben“, so der Minister.

„Das Zeug ist viel humaner und ich muss sagen: es duftet auch deutlich besser.“ Möglich sind die Geschmacksrichtungen Vanille, Erdbeere, Schokolade und Pistazie. „Aber eigentlich sind da der Fantasie keine Grenzen gesetzt.“ Klagen und Beschwerden von Menschenrechtsorganisationen erwarte er daher nicht.

Seine Frau habe ihn auf die Idee gebracht, so Seehofer. „Sie hat da so eine Reportage auf RTL 2 gesehen, wo ein paar Demonstranten mit Pfefferspray drangsaliert wurden. Das Geheule fand sie nicht so gut.“

Mit dem Zuckerspray löse sich auch endlich ein Dilemma des Rechtstaates auf: „Wir wollen den Leuten ja ihre Grundrechte garantieren, kein Polizist setzt gerne Pfefferspray ein. Nun dürfte das alles aber etwas menschlicher zugehen. Auf beiden Seiten.“ Das Zuckerspray soll auch die Laune der Demonstranten heben.

Der Hersteller, das Lebensmittelunternehmen Nestlé, erhofft sich dadurch auch einen positiven Effekt für sein Image sowie weltweite Aufträge.

(BSCH/Foto: „Blockupy 2013 pepper pray“ von Montecruz Foto: Libertinus – http://flickr.com/photos/libertinus/8935035907. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.)

Erstmals veröffentlicht am 2.9.15