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Um Unfälle zu vermeiden: Ampeln sollen zukünftig nur noch auf rot stehen

4. April 2018 ·

Berlin (EZ) | Die meisten Verkehrsunfälle passieren, wenn Autos, Fahrräder und Fußgänger in Bewegung sind – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Verkehrsministeriums. Aus diesem Grunde sollen Ampeln künftig dauerhaft auf rot stehen.

„Wir glauben, dass rund 80 Prozent der Verkehrsunfälle vermeidbar wären, wenn sowohl Autos als auch Fahrradfahrer und Fußgänger keine Straßen passieren und einfach an der Ampel stehen bleiben“, so Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heute Vormittag. Erste Studien hätten ergeben, dass stehende Verkehrsteilnehmer deutlich weniger Schäden anrichten als sich bewegende. Dazu habe man über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg tausende Menschen an Ampeln beobachtet. Das Ergebnis: Lediglich ein Verkehrsteilnehmer wurde dabei verletzt. „Dabei handelte es sich jedoch nur um eine kleine Rauferei zwischen zwei Halbstarken“, so Scheuer. Ansonsten gelte der Leitspruch: „Wer steht, überlebt!“.

Scheuers Ministerium glaubt, dass die neue Regelung bis Ende des Jahres durchsetzbar wäre. „Technisch gibt es hier und da ein paar Herausforderungen, aber die sind zu schaffen“, so ein Beamter. Mit dem 1. Januar 2019 könnte die ständige Rotphase in Kraft treten und „tausende Menschenleben im Jahr retten.“

Die Opposition äußerte unterdessen logistische Bedenken an dem Vorschlag. Grünen-Chef Robert Habeck glaubt, dass es dadurch zu erheblichen Verspätungen der Menschen kommen kann. „Grundsätzlich halte ich die Idee aber für gut und ausbaufähig.“

Der Bundesverband der Grünlichthersteller widerum befürchtet schwere wirtschaftliche Auswirkungen. „Allein auf das Auslandsgeschäft können wir unmöglich bauen“, so der Vorsitzende.

Scheuer kündigte jedoch Entgegenkommen an und verwies auf vermehrte Grünlichtmillieus in deutschen Städten, um zu erwartende Einbußen so gering wie möglich zu halten.

(BSCH/Foto: „Red Light Israel 01“ by SuperJewOwn work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.)


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