„Grob fahrlässig“: Innenminister Seehofer kritisiert Heimatminister Seehofer für Islam-Äußerungen

16. März 2018 ·

Berlin (EZ) | „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ – das sagte der neue Heimatminister Horst Seehofer (CSU) in einem Interview. Der neue Bundesinnenminister Seehofer (CSU) geht ihn dafür hart an. 

„Ich bin als Innenminister dafür da, den Frieden in Deutschland zu wahren“, so Seehofer, der am Mittwoch sein Amt antrat. „Die unbedachten Äußerungen des Heimatministers sind sicherlich nicht geeignet, bereits vorhande Ressentiments gegenüber Muslimen abzubauen.“



Der Heimatminister hatte in einem Gespräch mit der Bild-Zeitung, das heute erschienen ist, unter anderem gesagt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Der Satz wurde einst vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble gesagt und später vom Bundespräsidenten Christian Wulff in einer Rede geprägt. Seitdem zählte er zur Staatsräson.

Der Bundesinneninister Horst Seehofer geht auf Distanz zu seinem Kollegen, der das neu geschaffene Ressort ‚Heimat‘ bekleidet. „Wir müssen und sollen alles dafür tun, Risse in der Gesellschaft zu kitten und sie nicht weiter aufzureißen“, sagte er heute Mittag. „Sätze wie dieser tragen dazu bei, dass sich Muslime, die seit langem hier leben oder hier geboren wurden, in Deutschland nicht heimisch fühlen.“ Die Äußerung Seehofers trage zudem dazu bei, rechtsextreme Ansichten weiter zu bestärken. „Ich werde meinem Kabinettskollegen dazu raten, der AfD nicht nach dem Munde zu reden.“

Das Thema Integration – „eine der großen Herausforderungen unserer neuen Regierung“ – werde damit ebenfalls nicht gerade leichter, sagt der Innenminister. „Ich werde das mit dem Heimatminister bei nächster Gelegenheit besprechen.“



(BSCH/Foto: By FreudOwn work, CC BY-SA 3.0, Link)

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