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Hersteller von „Legalize it!“-T-Shirts fordern, am Cannabisverbot festzuhalten

So wie auf dieser Fotomontage sehen viele Aktivisten-T-Shirts aus.


Berlin (EZ) | Eine ganze Branche sieht sich in ihrer Existenz bedroht: Führende Hersteller von „Legalize it“-Produkten appellieren an die Politik, „bloß nicht“ am Cannabisverbot zu rütteln.

„Sollte der Konsum und vielleicht dann auch der Anbau von Cannabisprodukten freigegeben werden, weiß ich nicht mehr, was ich auf meine T-Shirts, Plakate und Buttons drucken soll,“ sagt Jasmin Hermanns, Geschäftsführerin eines Unternehmens, das seit zehn Jahren auf seinen Produkte die Freigabe von Cannabis fordert.



Jüngst ist die Diskussion wieder in der Politik und in der Gesellschaft angekommen: der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) forderte in dieser Woche die Legalisierung von Cannabis als Rauschmittel.

„Damit kommt nach vielen Jahren Bewegung in diese Sache – und zwar ernsthafte Bewegung. Das können wir als Hersteller von ‚Legalize it‘-Merchandise nicht tolerieren“, schreiben betroffene Unternehmen in einem Brandbrief an diverse Ministerien. „Wir leben von der breiten gesellschaftlichen Forderung, Cannabiskonsum zu entkriminalisieren.“ Die Firmen gehen davon aus, dass im Falle der endgültigen Freigabe ihr Geschäftsfeld zusammenbricht.

„Wir glauben nicht, dass dann noch jemand unsere Qualitätswaren kaufen will.“ Man sei zwar sehr für öffentliche Debatten zum Thema. „Aber nun droht, ein Punkt erreicht zu werden, der tatsächliche Fakten schaffen könnte.“

Der Appell geht zunächst ans Bundesgesundheitsministerium, dessen Behörden die legale Verbreitung von Haschisch und Gras steuern. Es solle bei seiner bisherigen klaren Linie bleiben. Der BDK wird aufgefordert, seine Pläne umgehend einzustellen. „Immerhin sind Dutzende Arbeitsplätze bedroht!“

Einige Unternehmen aus der Branche allerdings wollen sich der Forderung nicht anschließen und versuchen stattdessen, künftig die Freigabe von anderen Drogen wie Heroin, Kokain, Amphetaminen oder LSD zu propagieren. Andere dagegen kündigten bereits an, zukünftig einfach „Forbid it“ oder „Illegalize it“ auf Ihre T-Shirts zu drucken, sollte das Verbot wirklich kippen.

(JPL/Foto: EZ Media unter Verwendung von: „Lto-icon-hempleaf“ von LordToranFeuille chanvre.svg. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons und „Nevyžehlené triko zelené zepředu“ von Juan de VojníkovEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.)