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Rohstoff für beliebte Bärchenwurst: Kanada eröffnet Jungbären-Jagdsaison

Ohne Jungbären gibt es keine Bärchenwurst - und auch keinen Bärchen-Streich.


Ottawa (EZ) | Die kanadische Regierung hat die diesjährige Jagdsaison auf junge Braun-, Schwarz- und Grizzlybären eröffnet: bis zu 80.000 Exemplare dürfen wieder in den Wäldern gejagt werden. Das Fleisch ist begehrter Grundstoff für die vor allem bei Kindern beliebte Bärchenwurst.

Wurstliebhaber dürfen aufatmen: Auch dieses Jahr erlaubt die Regierung Kanadas die Jagd auf Bärenjunge. Bis Mitte März, dem Ende der Winterruhe der großen Säugetiere, dürfen insgesamt 80.000 Bären erlegt werden.



Die Entscheidung der Regierung ist nicht unumstritten. Bis zuletzt versuchten Tierschützer vehement, die Jagderlaubnis zu verhindern. Am Ende setzten sich aber knallharte wirtschaftliche Interessen durch: Das Fleisch der jungen Bären ist vor allem im deutschsprachigen Raum ein wichtiger Rohstoff für die populäre Bärchenwurst.

Der Landwirtschaftsminister betonte, dass etwa 200 kanadische Bärchenjäger auf diese Einkommensquelle angewiesen seien. Zudem sei es wichtig für das ökologische Gleichgewicht, den Bestand der Bären zu kontrollieren. Er erinnerte an das kurzzeitige Verbot der Bärenjagd (1998 – 2001), als sich viele verzweifelte Bärenjäger das Leben nahmen und landesweit hunderte süße Rehe und Schafe gerissen wurden.

International ist die Bärenjagd heftig umstritten. Mehrere Regierungen drohten Kanada mit Konsequenzen, sollte die Jagd dieses Jahr wieder stattfinden. Die Erlaubnis dürfte zu diplomatischen Verstimmungen führen. Die Einfuhr von frischem Bärenfleisch ist in den meisten Ländern verboten, wird auf dem Schwarzmarkt aber zu horrenden Preisen gehandelt.

Deutsche Großmetzgereien hingegen haben bis zuletzt mitunter auch persönlich in Ottawa interveniert. Für die Herstellung der beliebten Bärchenwurst sei das Fleisch unverzichtbar. Auch die Bundesregierung machte sich in Kanada für die deutsche Fleischindustrie stark – schließlich stehen hunderte deutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Gejagt werden nur die jungen Bären bis zum Alter von einem Jahr und in der Regel auch nur während der sogenannten Winterruhe, die etwa von November bis März dauert. Dann ist es für die Jäger am sichersten. Zudem sind viele Wurstmacher und Verbraucher der Meinung, dass das Fleisch von im Winter geschlachteten Bärchen zarter und saftiger sei.

(JME/Foto: EZ Media Service)

Dieser Artikel erschien erstmals im Feburar 2014, als Kanada nach langer Zeit die Jagd auf Jungbären für die Wurstverarbeitung wieder legalisierte.

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