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Beunruhigende Studie: Suizidversuche enden oft tödlich

Es ist laut Studienleiter Ralf Herbiger offenbar ein Unterschied, ob eine Pistole geladen oder ungeladen ist.


Wuppertal (EZ) | Eine Studie der Universität Wuppertal hat besorgniserregende Ergebnisse hervorgebracht. Demnach kann bereits ein einziger Suizidversuch zum Tode führen. Studienleiter Ralf Herbiger spricht sich deshalb für eine erhöhte Sicherheit bei diversen Selbstmordvarianten aus.

Herbiger und sein Team testeten insgesamt rund 20 Suizidarten, darunter beliebte Methoden wie Erschießen, Erhängen, Springen von einer Brücke oder Einnehmen diverser Tabletten.



Dafür standen den Wissenschaftlern 250 Probanden zur Verfügung, die unter strenger Beobachtung versuchten, sich auf unterschiedliche Weise das Leben zu nehmen.

Die Ergebnisse waren beängstigend: Bei rund 95% der Probanden endete der Versuch tödlich. Lediglich 12 Probanden überlebten die Tests, teilweise jedoch schwer verletzt.

Studienleiter Herbiger sprach von „unerwartet eindeutigen Erkenntnissen“ und forderte in diesem Zusammenhang mehr Sicherheit für Selbstmörder.
Hier genügten schon minimale Änderungen oder Hilfsmittel, um einen Suizidversuch zu überleben, wie eine zweite Studie bewies, die Herbiger direkt im Anschluss durchführte.

Nachdem man 250 neuen Probanden u.a. eine Pistole ohne Patronen, einen Strick aus Papier und ein paar Smarties zur Verfügung stellte, stieg die Überlebenschance um fast 2000%.
Selbst die „Brückenspringer-Gruppe“, die sich von einem Bürgersteig fallen ließ, überlebte zur Freude von Herbiger komplett.

Herbiger glaubt, dass die Selbstmordrate mit dem entsprechenden Hintergrundwissen rapide sinken könnte. „Viele Menschen wissen einfach noch nicht um die Gefahr, die z.B. von einer Pistole ausgehen kann. Da stecken sie sich aus Jux den Lauf in den Mund, denken sich nichts dabei und zack, ist man tot.“ Die Ergebnisse der Studie sollen daher auch international veröffentlicht und beworben werden.

(JME/Foto: Amenhtp)

Erstmals veröffentlicht am 25.01.2013