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Vergessen zu sterben: 283-Jähriger denkt erstmals über Tod nach

Dieses Selbstportrait von Arnulf Myklebust stammt aus dem Jahre 1785. Der damals 52-Jährige trug zu dieser Zeit noch volles Haupthaar.


Larvik (EZ) | Er ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der älteste Mensch der Welt: Ein 283-jähriger Norweger hat nach eigener Aussage bisher schlichtweg vergessen zu sterben. 

Arnulf Myklebust wurde am 3. September 1734 im norwegischen Larvik geboren, wo er bis heute wohnt. Dass er überhaupt noch lebt, liegt laut Myklebust daran, dass er vergessen hat, rechtzeitig abzutreten.



„Ich hab mich nie mit dem Tod beschäftigt“, so der gelernte Hofschmied sichtlich beschämt. „Meine Eltern sind früh gestorben, ich selbst hatte weder Familie noch Freude und wurde somit auch nie mit dem Tod und dem Sterben konfrontiert.“

Erst durch einen Zufall wurde ihm ins Gedächnis gerufen, dass das menschliche Leben ganz offenbar begrenzt ist.
„Auf einer Wanderung kam ich an einem Friedhof vorbei. Ich konnte diesen Ort und die merkwürdigen Steintafeln nicht zuordnen und fragte einen Passanten nach dessen Bedeutung.“ Erst dann erinnerte sich Myklebust wieder an das übliche Prozedere des Lebens.

„Es war mir äußerst unangenehm. Aber sowas kann ja mal passieren“, sagt er. Tatsächlich weiß die Fachwelt von bisher nur zwei dokumentierten Fällen, die ähnlich liegen. So beschrieben Ärzte in Venedig im Jahr 1902 einen Fall, in dem eine Frau erst mit 137 Jahren daran dachte, abzutreten. Auch sie hatte ihre Vergänglichkeit schlicht vollkommen verdrängt.

Nun bereitet sich der 283-Jährige Norweger erwartungsvoll auf den Tod vor. „Die Vorkehrungen sind bereits getroffen. Es kann losgehen. Ich freue mich“, so Myklebust. Zuvor will er aber noch sein Leben genießen. Geplant ist sein Ableben für den 3. September 2034. Dann wird er 300 Jahre alt sein.

Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer von Menschen, die sehr viel länger leben als die Natur es vorsah, immens hoch ist. „Den meisten ist es schlicht nicht klar, dass sie ihren Zenit überschritten haben“, sagt ein Professor einer Universität. „Andere wiederum finden es einfach toll, so lange zu leben.“

(JME)

Erstmals veröffentlicht am 22.02.2013

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