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„Huch, die sprechen ja wie wir!“ – Nordkoreas Verhandlungsführer schickt Dolmetscher wieder nach Hause

9. Januar 2018 ·

Seoul/ Pjöngjang (EZ) | 9. Januar 2018 | Bei den ersten Gesprächen seit zwei Jahren zwischen Nord- und Südkorea kam es zu einem unangenehmen Zwischenfall. Nordkoreas Verhandlungsführer brachte zu dem Treffen extra einen Dolmetscher mit, um schließlich festzustellen, dass sich Nord-und Südkorea offenbar dieselbe Sprache teilten.

Zunächst habe Ri Song-gwong sich noch beeindruckt gezeigt, als Südkoreas Gesandter Cho Myoung-gyon ihn in seiner Landessprache begrüßte und ein paar freundliche Worte mit ihm wechselte. Doch als der Nordkoreaner ihm schließlich erklärte, dass dieser nun in seine eigene Sprache wechseln könne, da er zu dem Treffen eigens einen Dolmetscher mitgebracht habe, reagierte der Südkoreaner irritiert und schaute Hilfe suchend in die Runde.

Erst nachdem weitere Delegierte dem Verhandlungsführer erklärten, dass bis auf wenige Ausnahmen die Sprache der Nordkoreaner identisch mit der der Südkoreaner sei, zeigte sich Ri Song-gwong peinlich berührt und schickte seinen Dolmetscher umgehend nach Hause.

Die Führung in Pjöngjang ist Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes zufolge außer sich vor Ärger über den peinlichen Zwischenfall vor versammelter Weltpresse. Staatschef Kim Jong-un, der sich jüngst noch in seiner Neujahrsansprache für seine „exzellenten Kenntnisse der südkoreanischen Sprache“ rühmte, soll bereits Disziplinierungsmaßnahmen angeordnet haben, darunter die geplante Exekution des Verhandlungsführers sowie dessen Dolmetscher, dessen Fähigkeiten der Machthaber zunehmend anzweifeln soll.

Überprüft wird nun ebenfalls, ob die 2016 feierlich eröffnete Dolmetscherschule für Südkoreanisch fortgeführt werden soll. Zurzeit studieren dort etwa 150 junge Nordkoreaner. Schon länger muss die Schule gegen Betrugsvorwürfe ankämpfen, weil bisher noch kein Schüler durch eine Prüfung gefallen ist.

(JME/Foto: BuiobuioneOwn work, CC BY-SA 4.0, Link)


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