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Greenpeace warnt: Kaffeekapselbaum vom Aussterben bedroht


Hamburg (EZ) | Weltweit steigt der Konsum von Kaffeekapseln. Allein in Deutschland werden mehr als 2 Milliarden Stück pro Jahr verbraucht. Nun warnen Umweltschützer, dass der Kaffeekapselbaum bald schon aussterben könnte. In Kolumbien und in Äthiopien ist die Lage schon brisant, so Greenpeace: Bei Ortsbesuchen wurde kein einziger Kaffeekapselbaum entdeckt. „Die Situation ist schlimm“, so ein Sprecher der Umweltschutzorganisation heute Morgen in Hamburg.

Auch Nachfragen bei Einheimischen brachten Schlimmes zutage: „Keiner der Befragten konnte sich erinnern, jemals einen solchen Baum gesehen zu haben.“ Der Baum ist in vielen Gegenden schon in Vergessenheit geraten.



Noch vor wenigen Jahren war der Konsum von Kaffeekapseln undenkbar. Kaffee wurde entweder gebrüht oder aus ganzer Bohne zuhause gemahlen.

„Dann wurde die Kaffeekapsel entdeckt und zu horrenden Preisen verkauft“, so Greenpeace. Entsprechende Geräte, in die die Kapseln einfach und unkompliziert gelegt werden, finden reißenden Absatz und die Verbraucher machen sich keine Gedanken darüber, dass auch die Ressource Kaffeekapsel natürlich begrenzt ist. „Und jetzt ist es soweit. Wenn wir nichts unternehmen, ist der Kaffeekapselbaum schon bald verschwunden.“

Besonders bedroht sind demnach die Senseo-Palme, die Nespresso-Tanne sowie die Cafissimo-Buche.

Eine weltweite Konferenz zum Thema wird nun im Frühjahr in London stattfinden, um Maßnahmen zum Schutze des Baumes zu besprechen und zu koordinieren. „Aber vor allem ist die Industrie gefragt. Sie muss endlich einlenken“, fordern die Umweltschützer. Für jede gepflückte Kaffeekapsel müsste ein Baum gepflanzt werden, dann bestehe die Chance, dass auch unsere Nachkommen die schönen und für das Ökosystem wichtigen Pflanzen noch zu Gesicht bekommen.

(BSCH/Foto: „Coffee capsules – anieto2k“ by Andrés Nieto Porras. Licensed under CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons.)