NACHRICHTEN

„Zumindest kennt mich jetzt endlich jeder“: Agrarminister Schmidt mächtig stolz auf seine Glyphosat-Entscheidung

Berlin (EZ) | 28. November 2017 | Mit seiner umstrittenen Glyphosat-Entscheidung steht Agrarminister Christian Schmidt parteiübergreifend in der Kritik. Doch alleine für die plötzliche mediale Aufmerksamkeit habe sich der Aufwand gelohnt. Er freue sich, dass ihn nun endlich jeder Bundesbürger kennt, so Schmidt stolz.

War bei den Menschen bisher weitestegehend unbekannt: Agrarminister Christian Schmidt (CSU) War bei den Menschen bisher weitestegehend unbekannt: Agrarminister Christian Schmidt (CSU)

„Seit fast vier Jahren bin ich jetzt schon Agrarminister und kaum jemand nahm jemals richtig Notiz von mir“, so Schmidt heute Mittag in einem Interview mit dem Fokus. „Stattdessen sprechen die Leute immer nur vom Finanzminister, Außenminister, Innenminister und natürlich der Kanzlerin selbst.“

Er habe es in den vergangenen Jahren seiner Amtszeit nicht einmal in miese Satiremagazine wie Eine Zeitung, Der Postillon oder Titanic geschafft. „So unbekannt war ich.“

Deshalb habe er sich zum Ende seiner Amtszeit einen besonderen Clou überlegt: Das Ja zu einer längeren EU-Genehmigung für das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. „Was hatte ich denn zu verlieren? Die Regierung wird neu gebildet, ich bin mein Amt eh bald los. Da wollte ich mich wenigstens noch einmal offiziell vorstellen: Ich bin seit 2014 Agragrminister der Bundesrepublik Deutschland, hallo.“

Es erfülle ihn mit großem Stolz, plötzlich so viele Artikel über ihn zu lesen und diverse Interviews führen zu dürfen. „Das kannte ich bisher ja alles gar nicht.“
Er werde nun noch ein paar Termine bei der BILD, dem Spiegel, der Süddeutsche Zeitung und der WELT wahrnehmen sowie zahlreiche Fernsehauftritte absolvieren, bevor er sich dann in wenigen Tagen von Kanzlerin Merkel feierlich kündigen lasse. “Das war’s allemal wert!”

(JME/Foto: By Thomas Lother, CC BY-SA 3.0 de, Link)

Riesenerfolg: Arbeitsplätze auf Stuttgart21-Baustelle bis 2024 gesichert
„Maeiyer“: Häufigster deutscher Familienname wird zu einer Schreibweise zusammengefasst