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ICE fuhr an Wolfsburg vorbei: Bahn testet erfolgreich neuen “Bloß nicht hier halten!”-Knopf

Berlin/Wolfsburg (EZ) | 13. November 2017 | Analog zur Notbremse testet die Deutsche Bahn seit gestern den "Bloß nicht hier halten"-Knopf in ihren Zügen. Erstmals hat ein Passagier die Funktion kurz vor dem geplanten Halt in Wolfsburg betätigt. 

Wer weiß, wie lange er noch benötigt wird: Der Hauptbahnhof in Wolfsburg. Wer weiß, wie lange er noch benötigt wird: Der Hauptbahnhof in Wolfsburg.

An sich eine ganz normale Fahrt: Der ICE startete in Köln seine Fahrt nach Berlin und hielt wie gewohnt an allen fahrplanmäßigen Stationen. Doch kurz nach der Weiterfahrt von Hannover entschied sich ein Mann, der eigentlich in Wolfsburg hätte aussteigen sollen, dazu, den neuen Button auszuprobieren. Dieser signalisiert dem Zugführer: “Ich will am nächsten Bahnhof unter keinen Umständen aussteigen. Fahren Sie einfach weiter!”

Die Bahn testet diesen Service seit dem Wochenende auf mehreren ICEs. “In zwanzig Zügen unserer Flotte haben wir diese Knöpfe angebracht”, erzählt ein Sprecher des Unternehmens. “In jedem Waggon befinden sich nun 10 davon.” Damit es nicht zu ungewollten Verwechslungen kommt, sind sie grün gefärbt und unterscheiden sich dadurch von den bereits bekannten Notbremsen.

Wenn jemand kurz vor dem Halt entscheidet, dass sein Wohnort zum Beispiel zu hässlich und unwohnlich ist, kann der Passagier davon Gebrauch machen. “Um ehrlich zu sein: irgendwie rechneten wir alle damit, dass die erste Stadt, die nicht angefahren werden soll, Wolfsburg sein wird”, so der Bahnsprecher.

Und es hat geklappt. Nachdem der Kunde den Knopf drückte, erschien beim Lokführer das Signal, weiter zu fahren. “In diesem Fall war es ein ursprünglich aus Florenz stammender Mann, den es einst beruflich nach Wolfsburg verschlug. Er wollte aber ungern zurück in die trost- und seelenlose Industriestadt.”

Die Testphase dauert noch bis Ende des Jahres. Wenn sich der Button bewährt, werden nach und nach alle Züge der DB damit ausgestattet. Wie bei den Notbremsen auch ist der Missbrauch strafbar.

(JPL/Foto: By Renardo la vulpoSelf-photographed, CC0, Link)

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