NACHRICHTEN

Wahlkampfstrategie: Grüne wollen so wenig wie möglich in Erscheinung treten

Berlin (EZ) | 16. Juni 2017 | Die Grünen werden angesichts der Umfrageergebnisse eine neue Taktik für den kommenden Wahlkampf ausprobieren: keine Flyer, keine Plakate, keine öffentlichen Auftritte - damit will die Partei zumindest den Komplettuntergang verhindern.

Das Spitzenduo der Grünen, das an dieser Stelle auch nicht mehr namentlich genannt werden möchte.


In den akuellen Umfragen liegen die Grünen bei etwa 7 Prozent Zustimmung, seit Wochen geht die Tendenz aber stetig nach unten. Experten schließen gar ein Scheitern an der 5-Prozent-Hürde nicht mehr aus.

Auf dem heute beginnenden Parteitag in Berlin will die Partei deswegen beschließen, mal etwas Neues auszuprobieren. “Ich denke, es nützt eh nichts, egal was wir machen”, sagt Cem Özedemir, einer der beiden Spitzenkandidaten. “Ob wir nun teure Plakate aufstellen oder den Leuten in den Fußgängerzonen auflauern oder irgendwas online machen – wir werden keine neuen Wähler gewinnen.” Um Geld zu sparen und um das Schlimmste zu verhindern, solle auf all das verzichtet werden.

Özdemir, der von nun an auch nicht mehr namentlich genannt werden möchte, will auch keine Talkshowauftritte oder Interviews von irgendjemandem aus der Partei sehen. Der Vorschlag stößt auf viel Zustimmung bei den Grünen: Angeblich wollen über 75% der Delegierten dafür stimmen. Und zwar noch heute, damit der Parteitag schnell beendet ist und die Grünen am Wochenende aus den Schlagzeilen sind.

Unabhängige Beobacher halten das für den besten Zug, den die Partei machen könnte.

Und tatsächlich: In der Öffentlichkeit kommt der Vorschlag der Grünen überraschend gut an. Kurz nach Bekanntgabe stiegen die Umfragewerte auf starke 15 Prozent. „Ich wähle sie ja, wenn sie nur versprechen, mich nicht täglich zu nerven“, so ein Mann aus Berlin, der vielen offenbar aus der Seele spricht.

(BSCH/Foto: By Ralf Roletschek – & , GFDL 1.2, Link)

Kohls größter Fehler endlich korrigiert: Deutschland seit Samstag wieder geteilt
Trump versucht mit Einflussnahme auf Ermittlungen, Ermittlungen wegen Einflussnahme zu verhindern

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*