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Theresa May macht russische Hacker für Wahlniederlage morgen verantwortlich

London (EZ) | 7. Juni 2017 | Die britische Premierministerin Theresa May macht Hacker, die im Auftrag der russischen Regierung arbeiten, für die krachende Niederlage bei den morgigen Parlamentswahlen verantwortlich.

Die britische Regierungschefin Theresa May. Die britische Regierungschefin Theresa May.

„So ein Desaster wie das Wahlergebnis morgen werde ich noch nie erlebt haben“, sagte die amtierende Regierungschefin heute am Rande eines Pressegesprächs zu ihren Äußerungen, Großbritannien müsse Bürgerrechte einschränken dürfen, um den Terrorismus zu begegnen. „Noch im April, als ich die Neuwahlen ausrief, hatten wir einen komfortablen Vorsprung von 25% zu Labour. Inzwischen ist der Vorsprung kaum messbar und so oder so: Das Ergebnis morgen wird ein Desaster werden.“

May sagte, dass dafür „eindeutig“ Hacker aus Russland verantwortlich sein werden. „Die Behörden, die Geheimdienste und ich werden Beweise dafür haben.“ Demnach hätten kriminelle Cyberterroristen mit Verbindungen in den Kreml den Wahlkampf schon seit Wochen manipuliert.

May führt aus: „Es ist ja wohl kein Zufall, dass ausgerechnet nach den beiden Terroranschlägen in London und Manchester auf einmal Berichte herausgekramt werden, die meine politische Verantwortung für den Stellenabbau bei der Polizei beleuchten, bloß, weil ich mal sechs Jahre lang Innenministerin war.“ Das seien alles Dinge gewesen, die sie und ihr Volk schon längst vergessen hatten. „Und wer könnte ein Interesse daran haben, dass diese Fakten wieder bekannt gemacht werden? Ja natürlich, der Russe!“

Und ein weiteres Beispiel erwähnt sie: Dass sie doch immer gesagt hatte, es werde unter ihr keine vorgezogenen Neuwahlen geben. „Jetzt wird das im Internet – im Internet! – durch und durchgekaut.“ Es sei ja wohl klar, dass nur russische Hacker in der Lage und kriminell genug wären, um solche Sachen ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Russland kündigte unterdessen an, die Vorwürfe noch morgen Abend offiziell bestreiten zu wollen.

(BSCH/Foto: Von Jim Mattis170511-D-GY869-0152, Gemeinfrei, Link)

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