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Marine Le Pen versucht, bei Beileidsbekundung nach Anschlag nicht allzu fröhlich zu wirken

Paris (EZ) | 21. April 2017 | Nur drei Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich kam es in Paris gestern Abend erneut zu einem mutmaßlich terroristischen Anschlag. Marine Le Pen, die Kandidatin des rechten Front National (FN), hat daraufhin äußerst angestrengt versucht, bei ihren Worten zu dem Attentat nicht zu glücklich herüberzukommen.

Marine Le Pen auf einer früheren Aufnahme. Marine Le Pen auf einer früheren Aufnahme.

Es dauerte auch sehr lange, bis sich Le Pen überhaupt zu dem Anschlag äußern konnte. Aus dem Umfeld war zu hören, dass die Kandidatin mit Hilfe von sogenannten „Downern“ zunächst ihre Gemütslage trüben musste, um sich vor die Kameras zu stellen. „Das hat die ganze Nacht gedauert“, so ein Insider. „Sie hörte einfach nicht auf zu lächeln und zu lachen und zu grinsen.“

Schließlich gelang es ihrem Team, die Parteichefin äußerlich fit zu machen. Eine Visagistin verpasste ihr mit dunklem Lidschatten tiefe Augenringe und blasste ihren Teint, bevor sie vor die wartenden Journalisten trat und Worte des Bedauerns ausdrückte.

Dabei musste Le Pen sich immer wieder zusammenreißen und konnte häufig erst im letzten Moment verhindern, dass ihre Mundwinkel hochzogen und sich zu einem Lächeln formten. „Eine ungeheure Kraftanstrengung“, kommentierte ein Moderator des TV-Senders France 2. „Chapeau!“

In ihrem Statement drückte Le Pen der Familie des getöteten Polizisten ihr Beileid aus und sprach einmal mehr von einem Staatsversagen. Die Sätze kamen ungewohnt stockend aus ihrem Mund, immer wieder blitzten dabei ihre Augen auf. Nur mit größter Disziplin war es ihr möglich, die Beileidsbekundung ohne zu viel Optimismus für den Wahlausgang zu beenden. Schließlich verschwand sie schnell und ließ keine Fragen zu. Zeugen berichten, wie danach der enorme Druck, nicht zu siegessicher zu wirken, von ihr abfiel und Le Pen sich wieder den Planungen für die Feier am Sonntagabend widmen konnte.

Sowohl von ihren Anhängern als auch von ihren Gegnern wurde Anerkennung laut. Ihr aussichtsreichster Gegenkandidat, Emmanuel Macron, bescheinigte Le Pen, dass „sie soeben ihre bisher schwerste Prüfung mit Bravour bestanden“ habe und lobte ihre beinahe unmenschliche Selbstbeherrschung.

(JPL/Foto: By Foto-AG Gymnasium Melle, CC BY-SA 3.0, Link)

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