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Streitendes Paar fordert CIA-TV-Protokolle über sich an, um Ursache ihres Streits zu ergründen

Dortmund/Washington (EZ) | 10. März 2017 | Seit Wochen schon schwelt die Auseinandersetzung, die ein normales Miteinander kaum mehr möglich macht. Aber worin der Ursprung des Streits liegt, das wissen Thomas und seine Freundin Sandra nicht mehr. Nun sollen die TV- und Smartphoneaufzeichnungen ihrer Gespräche der CIA helfen.

„Was war ich froh, als ich gestern von diesen Dokumenten der CIA las, die Wikileaks online stellte“, sagt Thomas. „Ich schrieb sofort eine Mail an die Amerikaner, um die Mitschriften und Tonmitschnitte anzufordern.“ Er und seine langjährige Partnerin Sandra stecken seit Wochen in einem Konflikt, der ihre bisherige Harmonie zerstört hat. Aber was der Auslöser dieses Zwists war, das wissen beide nicht mehr.
„Es fliegen eigentlich sofort die Fetzen, sobald ich nach Hause komme“, sagt Sandra. Deshalb komme sie mittlerweile sogar erst viel später heim, um nicht allzu früh auf Thomas zu stoßen. Dem geht es ähnlich. Er beschreibt die Situation als „unerträglich“. „Wir werden laut, sobald wir uns sehen. Ich weiß auch nicht mehr, was ich sagen soll. Oder schreien.“
Abhilfe soll nun der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA schaffen. Dateien und Dokumente, die Wikileaks seit Montag online stellt, sollen belegen, dass der Dienst in der Lage ist, Smartphones und Fernseher als Wanzen einzusetzen – und es auch massiv tut. „Nun hoffen wir, dass auch wir abgehört wurden“, sagt Sandra. „Diese Aufzeichnungen hätten wir jetzt gerne.“ Die Aussichten seien wohl gut: Im Haushalt der Beiden stehen gleich zwei Samsung-Fernseher und beide besitzen ein modernes Android-Handy – die bevorzugten Ziele der CIA-Hacker.
Thomas sagt, der Streit habe etwa gegen Anfang Februar angefangen, Sandra ist allerdings der Ansicht, die lautstarken Auseinandersetzungen begannen schon im Januar. Als Kompromiss haben sie sich geeinigt, die Mitschnitte seit Jahresbeginn durchzuhören und damit den Ursprung des Streits zu ergründen.
Bislang hat sich der CIA nicht zurückgemeldet. „Aber ich denke mal, die werden jetzt geflutet mit solchen Anfragen“, sagt Thomas. „Wir geben denen noch eine Woche, dann rufen wir mal an.“ Eines hat die Anfrage aber schon geschafft: Es war die erste gemeinsame Aktion der Beiden Streithähne seit vielen Wochen, die ohne Schreien und Brüllen vor sich ging.
(JPL)
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