Deutschlands dritt- oder viertgrößtes Satiremagazin

„Je suis Nazi“: Solidaritätskampagne nach Erdogan-Schelte floppt unerklärlicherweise

6. März 2017 ·

Wird einfach nicht heruntergeladen: Diese Grafik.
Wird einfach nicht heruntergeladen: Diese Grafik.

Berlin (EZ) | 6. März 2017 | Woran liegt es? Nach dem Nazi-Vergleich von Recep Erdogan wollten User ihre Solidarität mit der so gescholtenen Bundesregierung ausdrücken. Aber die Aktion will sich einfach nicht wie erhofft verbreiten. 

Gestern Abend beschimpfte der türkische Präsident die Bundesregierung und wählte dafür einen Nazi-Vergleich. Auslöser waren einige behördliche Ablehnungen von Wahlkampfauftritten – türkische Minister wollten gerne in Deutschland für die geplante Verfassungsreform werben, durften aber nicht.

Seitdem regen sich noch mehr Deutsche auf als ohnehin schon. Ein paar engagierte Nutzer von sozialen Netzwerken wollten deshalb symbolisch die Bundesregierung unterstützen und ihr den Rücken stärken. „Wenn Erdogan die Kanzlerin und die Behörden als Nazis bezeichnet, dann bezeichnet er damit uns alle als Nazis!“, erklärt einer der Initiatoren. Daraus entstand die Idee, den Satz „Je suis Nazi“ in die Profilbilder zu integerieren, beispielsweise auf Facebook, Twitter oder VKontakte.

Vorbild ist unübersehbar die „Je suis Charlie“-Kampagne von Anfang 2015, in der Nutzer weltweit ihre Solidarität mit dem französischen Volk nach dem Angriff auf das Satiremagazin Charlie Hebdo ausdrückten. „Wir dachten, das wäre jetzt auch eine tolle Idee, um unserer Regierung zu zeigen: Ihr seid nicht allein! Lasst Euch nicht alles bieten!“

Aber: Bis jetzt (Stand: 6. März, 18:44 Uhr) hat sich kaum jemand die eigens von einem Grafiker designten Profilbildchen mit der Parole „Je suis Nazi“ oder „#JeSuisNazi“ heruntergeladen und damit seine Seite in den Netzwerken geschmückt. Ist das der subtile Ausdruck der Deutschen, dass sie mit der Türkei-Politik der Bundesregierung nicht einverstanden sind? „Klar, es gibt viele Dinge, über die man uneins sein kann: Die Außenpolitik, die Flüchtlingspoltik, die Steuerpolitik“, sagt der Initiator. „Aber hier geht es doch um uns als Deutschland! Da sollte man doch zusammenstehen!“

Nicht einmal deutsche Regierungsmitglieder wollten bis jetzt das Zeichen der Solidarität verwenden. Für die Ideengeber unerklärlich. „Wir hoffen noch, dass das Ganze vielleicht morgen anläuft. Aber schade ist das schon irgendwie, wir hatten gedacht, dass sich mehr Menschen mit Merkel solidarisieren und sich mit dem Spruch identifizieren.“

(JPL)


Ihre Meinung zu diesem Beitrag:
  • Schlecht (1)
  • Sehr schlecht (0)
  • Hundsmiserabel (0)
  • Mir egal (0)
  • Ich will nicht auf einen dummen Button klicken (0)
Newer Post

Gute Nachrichten: Nur noch sechs Manager-Entlassungen bis zur BER-Eröffnung

Berlin (EZ) | 7. März 2017 | Gestern wurde bekannt, dass Karsten Mühlenfeld nicht länger Chef der Berliner Flughäfen ist. Stattdessen übernimmt nun Engelbert Lütke Daldrup das Amt des BER-Geschäftsführers. Der Aufsichtsrat zeigte sich unterdessen zuversichtlich, dass die Eröffnung des…
Read
Older Post

„Selber selber, lachen alle Kälber“: Merkel reagiert endlich auf Erdogans Nazi-Vergleich

Berlin (EZ) | 6. März 2017 | Nach den neusten Provokationen von Erdogan hat nun auch endlich die Kanzlerin reagiert. Mit den Worten „Selber selber, lachen alle Kälber“ konterte Angela Merkel subtil die Nazi-Vergleiche des türkischen Präsidenten. Gestern wütete Erdogan…
Read
Random Post

Geräusch von 25 Millionen knurrenden nordkoreanischen Mägen irrtümlich für Atomwaffentest gehalten

Pjöngjang (EZ) | 9. September 2016 | Aufregung heute Morgen in aller Welt: Kurz war die Sorge groß, dass Nordkorea erneut eine Atombombe getestet haben könnte. Experten geben nun allerdings Entwarnung: Auslöser des Erdstoßes der Stärke 5,3 war nur das…
Read
Random Post

Herzloser Franzose trauert nur um seine in Paris getötete Frau, nicht auch um IS-Opfer in Nahost

Paris (EZ) | 17. November 2015 | Was muss das für ein furchtbarer Mensch sein? Ein Franzose trauert nur um seine Ehefrau, die bei den Anschlägen in Paris ums Leben kam - und nicht auch um die zahlreichen Opfer, die…
Read
Random Post

Aus Angst vor Anschlägen: Kitas verbieten Kindern den Gebrauch von Stiften und Papier

Köln (EZ) | 9. Januar 2015 | Etliche Kitas in Deutschland haben damit begonnen, Stifte und Papier aus ihren Einrichtungen zu verbannen. Grund ist die zunehmende Gefahr, die nach Ansicht vieler Erzieher von diesen Gegenständen ausgeht. Viele fürchten, dass die Kinder…
Read
Random Post

Weil ihr Arbeitsplatz permanent staubig und unaufgeräumt ist: Reinigungskraft kündigt ihren Job

Nach drei Wochen hat eine Reinigungskraft aus Hamburg frustriert ihren Job gekündigt, weil dieser jedes Mal aufs neue dreckig und unaufgeräumt war. »Ich habe sowas noch nie erlebt«, so die 47-Jährige. »Ich kam hier an und es steht dreckiges Geschirr…
Read