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Ehemalige Deutsche-Bank-Vorstände sollen Boni zurückzahlen, um aktuellen Vorständen die Boni zu sichern

Frankfurt a. M. (EZ) | 18. November 2016 | Wie schlecht steht es wirklich um das größte deutsche Finanzinstitut? Meldungen zufolge sollen elf ehemalige Vorstände, darunter Anshu Jain, Josef Ackermann und Jürgen Fitschen, ihre Bonuszahlungen zurückzahlen - andernfalls stünde der aktuelle Vorstand der Deutschen Bank am Ende dieses Jahres ohne Bonus da.

Symbolbild.

Die Deutsche Bank steht vor riesigen Problemen: weltweit wird tausendfach gegen das Institut geklagt, die USA und andere Staaten fordern Milliardenstrafen wegen der Verantwortung der Bank für die Weltfinanzkrise 2008. Das bedroht akut die diesjährige Bonuszahlung für den Vorstand um John Cryan.

„Nach derzeitigem Stand können wir einfach keinen Bonus auszahlen,“ so Aufsichtsratsvorsitzender Paul Achleitner. „Das ist unfair, denn John hat bislang deutlich weniger Schaden angerichtet als seine Vorgänger.“ Deswegen wurden elf ehemalige Manager aufgefordert, Extrazahlungen zurückzuzahlen, damit John Cryan und seine Kollegen zumindest „ein bisschen was bekommen und Weihnachten feiern können“.

Mitarbeiter hätten schon angefangen, für ihren Chef zu sammeln. „In den Filialen stehen Spendengläser für John, da ist eine große Solidarität zu sehen“, so Achleitner. „Putzfrauen, Schaltermitarbeiter, Hausmeister, einfache Investmentbanker – alle beteiligen sich.“ Aber das reiche bei weitem nicht. „Es fehlen aktuell etwa 6 Millionen Euro.“

Cryans Vorgänger Jürgen Fitschen hat bereits einen Brief bekommen, in dem er aufgefordert wird, Boni zurück zu überweisen. Dem Vernehmen nach will er aber nicht zahlen. Ähnliches ist von Josef Ackermann zu hören. Die Deutsche Bank lässt sich davon aber nicht weiter beeindrucken. „Notfalls streichen wir das halbe Dezembergehalt der Mitarbeiter und die Weihnachtsgelder“, sagt der Aufsichtsrat. „Dann bleibt sogar noch was übrig für eine nette Weihnachtsfeier.“

(BSCH/Foto: By Gizmo23 – Own work, CC BY-SA 3.0, Link)

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