„Aktive Politik hinter mich lassen“: Norbert Lammert will wohl doch Bundespräsident werden

Bochum/Berlin (EZ) | 18. Oktober 2016 | Gestern wurde bekannt, dass Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) im nächsten Jahr politisch kürzer treten möchte. Beobachter werten das als Bewerbung für das Amt des Bundespräsidenten.
Auch weil er in derselben Mitteilung verlauten ließ, nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen, gehen viele Experten davon aus, dass Lammert sich ernsthaft als Nachfolger von Joachim Gauck sieht. „Vor allem seine Aussage, sich aus der aktiven Politik zurückziehen zu wollen, deutet darauf hin,“ so ein nicht näher genannter SPD-Chef.

Seit Amtsinhaber Gauck ankündigte, im kommenden Jahr nicht mehr anzutreten, ist Lammert ein Topfavorit auf das Amt in Schloss Bellevue. Öffentlich hat er selber sich dahingehend allerdings bisher zurückgehalten. „Aber nach der Nachricht gestern bleibt kaum eine andere Interpretation übrig,“ heißt es aus dem Bundeskanzleramt.



Die Kanzlerin könnte mit einem Bundespräsidenten Lammert wohl gut leben, hieße das doch, dass er aus dem politischen Alltag raus wäre und sie nicht mehr im Bundestag rügen könne. Auch der Koalitionspartner SPD könnte sich mit der Personalie anfreunden. Zudem genießt Lammert in der breiten Öffentlichkeit hohes Ansehen.

Seine Ankündigung, sich nun etwas zur Ruhe setzen zu wollen, sorgte deshalb auch gleich für geordnete Euphorie. „Ich finde toll, dass Lammert sich offenbar seinen politischen Lebensabend als Bundespräsident vorstellen kann,“ schrieb ein Ludger K. auch gleich auf Facebook. Ähnlich verstanden zahlreiche andere Menschen Lammerts Worte.

(JPL/Foto: Von Deutscher Bundestag/Melde, CC BY-SA 3.0 de, Link)