„Haste mal ’ne Mill­iarde?“: Aggressiver ­Frankfurter Bettler s­chnorrt bei Politiker­n in Berlin

30. September 2016 ·

Symbolbild.

Berlin (EZ) | 30. September 2016 | Er läuft von Minister zu Minister und von Tür zu Tür im Deutschen Bundestag: Ein aufdringlicher Bettler aus Frankfurt macht Berliner Politikern gerade zu schaffen – auch wenn er beteuert, nur eine Milliarde zu wollen. 

Wirtschaftsministerium, Kanzleramt, Finanzministerium – keine Bundesbehörde scheint zurzeit vor dem Bettler sicher zu sein. „Er spricht mit starkem englischem Akzent, haut Dich einfach so von der Seite an und will ‚ja bloß eine Milliarde‘ haben“, sagt ein Staatssekretär im Finanzministerium. „Das nervt wie Sau!“

Seit Tagen ist er unterwegs und spricht jeden an, der irgendwie nach Bundestagsabgeordnetem aussieht oder der den Personaleingang eines Ministeriums benutzt. „Wenn man ihm nichts geben will, wird er aggressiv, läuft hinter Dir her und droht, dass was ganz Schlimmes pasiert, wenn er nicht jetzt sofort seine Milliarde bekommt.“ Sicherheitsleute haben ihn schon mehrfach verwarnt. Im Kanzleramt ist er kurz davor, Hausverbot zu bekommen.



Der Brite ist kein Unbekannter im Regierungsviertel: Bis vor kurzem soll er ein gern gesehener Gast gewesen sein. „Nun will er immer nur Geld, Geld, Geld,“ sagt ein hochrangiger Beamter im Wirtschaftsministerium. „Mal ruft er an, mal steht er von Deiner Tür, einmal lauerte er mir sogar vorm Hauptbahnhof auf und streckte seine Hand aus.“ Er forderte eine kleine Spende für sein notleidendes Gewerbe.“Ich kann es nicht mehr hören,“ sagt ein Kanzleramtsminister, der seinen Namen zur Abwechslung mal nicht in der Zeitung lesen will. „Immer dieses ‚Komm schon, ist doch nur eine Milliarde, na los, komm schon, tut Dir doch nicht weh‘„.

Betteln ist an sich nicht verboten. Nur aggressiv sollte es nicht sein. „Dazu kommt, dass der Typ jeden Tag in einem arschteuren Merceds mit Frankfurter Kennzeichen nach Berlin fährt, sich irgendwo am Stadtrand absetzen lässt und sich dann mit einem Taxi zum Reichstag fahren lässt.“ So richtig bedürftig könne er also nicht sein. „Das hat schon mafiöse Strukturen, finde ich.“

(JPL/Foto: Von Gizmo23 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3199423)



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