FIFA sieht Türkei auf gutem Weg, mal WM-Gastgeber zu werden

Ankara/Zürich (EZ) | 2. August 2016 | Russland 2018, Katar 2022 – und Türkei 2026? Das muss kein Traum bleiben: Die FIFA stellt der Türkei in Aussicht, auch mal die Fußballweltmeisterschaften auszurichten, „wenn sie so weiter machen“.



Seit knapp drei Wochen laufen die Anstrengungen auf Hochtouren, die hohen Auflagen der FIFA zu erfüllen: Recep Erdogan träumt nämlich schon seit Jahren davon, die Weltmeisterschaft in sein Land zu holen. Dafür wirbt der Präsident nun im Ausland um Verständnis für die vielfach kritisierten Maßnahmen.

„Wenn man sich die nächsten Gastgeberländer anschaut – Russland, Katar – tja, da wusste ich, wir müssen uns noch gewaltig steigern, um uns für 2026 ernsthaft bewerben zu können,“ so Erdogan. „Da muss man sich schon erheblich von anderen Ländern unterscheiden.“

Mittlerweile sind die Signale bei der FIFA angekommen. Deren derzeitiger Chef, Gianni Infantino, zeigte sich schon mal beeindruckt von den jüngsten Entwicklungen in der Türkei.



„Wenn sie so weiter machen und vielleicht noch ein bisschen Geld sammeln, könnte die Türkei in die engere Wahl kommen,“ ließ er verlauten. In der Vergangenheit hätte das Land gezeigt, dass zum Beispiel riesige Bauvorhaben auch gegen richterliche Verbote durchgesetzt werden, wie am Präsidentenpalast in Ankara zu sehen ist. „Und im Moment sehen wir zufrieden, dass auch andere FIFA-Standards umgesetzt werden.“

Aber was der Türkei momentan fehlte, so Infantino, seien billige Arbeitskräfte. „Es sind zwar sehr viele arbeitsfähige Flüchtlnge im Land, aber sie sollten den Deal mit der EU beenden. Sonst könnte es doch noch eng und vor allem teuer werden mit dem Bau der Stadien.“

(BSCH/Foto: Von Kremlin.ru, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45256896)