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Vom FBI überwachte mutmaßliche Islamisten sollen nur noch Waffen für bis zu 10 Tote kaufen können

14. Juni 2016 ·

Omar Mateen, der Attentäter von Orlando, konnte noch legal Waffen für 49 Todesopfer kaufen. Jetzt würde es etwas schwieriger für ihn.
Omar Mateen, der Attentäter von Orlando, konnte noch legal Waffen für 49 Todesopfer kaufen. Jetzt würde es etwas schwieriger für ihn.

Washington, D.C. (EZ) | 14. Juni 2016 | Kongress und Regierung ziehen die Lehren aus dem Attentat von Orlando: Unter Beobachtung des FBI und anderer Behörden stehende mutmaßliche Terroristen sollen künftig nur noch ein Arsenal besitzen dürfen, das für maximal 10 Tote ausreicht. 
Omar Mateen, der in der Nacht zu Sonntag 49 Menschen in einem Nachtklub in Orlando erschossen hat, stand seit 2013 wegen islamistischer und gewaltbereiter Tendenzen unter Beobachtung des FBI und der Polizei. Dennoch konnte er Anfang des Monats legal ein Sturmgewehr und mehrere Pistolen kaufen, die er für den Anschlag nutzte.

Nachdem die US-Regierung nun erneut schärfere Waffengesetze forderte, der Kongress und die Waffenlobby dem allerdings wiederholt eine Absage erteilten, einigten sich die Parteien heute auf einen Kompromiss.

Individuen, die verdächtigt werden, Attentate zu planen und deswegen bereits unter Beobachtung der Behörden stehen, sollen nunmehr nur noch Waffen und Munition kaufen und besitzen dürfen, mit denen sie bis zu 10 Menschen erschießen können.

„Es ist zwar richtig, dass jeder Bürger in den Vereinigten Staaten das uneingeschränkte Recht genießt, sich Waffen ohne Ende kaufen zu können,“ sagte Kongresssprecher Paul Ryan (Republikaner). „Dennoch, 49 Menschen sind selbst für mich etwas zu viele Opfer.“ Um sich zukünftige Diskussionen über die Waffengesetze zu ersparen, habe er dem Kompromiss zugestimmt.

Präsident Barack Obama begrüßte die Vereinbarung und sagte, „nun werden die USA wieder ein Stückchen sicherer.“

Das neue Gesetz sieht vor, dass potenzielle Terroristen nur noch speziell präparierte Gewehre erwerben können, die maximal 10 Schüsse erlauben. Ein Schlupfloch hat die Waffenlobby NRA allerdings durchgesetzt: Zur Selbstverteidigung dürfen auch unter Beobachtung stehende Menschen sich nach wie vor kleinkalibrige Waffen kaufen können. „Beispielsweise, um sich gegen wild um sich schießende Polizisten wehren zu können. Wo kämen wir hin, wenn wir dieses Grundrecht einschränken würden?“

(JPL/Foto: Myspace/City of Orlando Police Department)


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