„Was darf Realität?“ – Erdogan prüft nach Armenien-Abstimmung, ob Grenzen guter Realität überschritten wurden

3. Juni 2016 ·

Für ihn hat die Armenien-Resolution nichts mehr mit Realität zu tun: Recep Tayyip Erdogan.
Für ihn hat die Armenien-Resolution nichts mehr mit Realität zu tun: Recep Tayyip Erdogan.

Ankara (EZ) | 3. Juni 2016 | Ist der Bundestag mit seiner realistischen Einschätzung zum Völkermord an den Armeniern zu weit gegangen? Die Türkei reagiert empört auf die gestern verabschiedete Resolution. Präsident Erdogan sieht die Grenzen der guten Realität überschritten und kündigte an, bei Tucholsky nachzuschlagen, wie weit Realität gehen darf.

Mit überwältigender Mehrheit hatten die Bundestagsabgeordneten die Massaker an den Armenien gestern offiziell als Völkermord verurteilt. Damit hat die Bundesregierung einmal mehr den Zorn der Türkei auf sich gezogen. Unmittelbar nach der Resolution wurde der türkische Botschafter aus Berlin abgezogen.



Heute teilte Recept Tayyip Erdogan schließlich mit, dass er die Grenzen der guten Realität bedroht sehe. „Wir werden rechtliche Schritte erwägen“, so der Präsident polternd.
Doch zunächst werde er sich die Meinung Kurt Tucholskys einholen und nachlesen, wie weit Realität überhaupt gehen darf. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vorfälle wie gestern noch im Bereich zumutbarer realistischer Ereignisse sind.“

Für ihn habe die Abstimmung gestern nichts mehr mit Realität zu tun, so Erdogan weiter. „Darüber macht man einfach keine wahren Aussagen. Basta!“

(JME/Foto: By Senat RP/Polish Senate – http://www.senat.gov.pl/k7/agenda/goscie/2009/090514/1.jpg, CC BY-SA 3.0 pl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8528902)



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