Bayer Leverkusen holt Publikums-Trainer, um endlich Stimmung im Stadion zu haben

Leverkusen (EZ) | 20. Mai 2016 | Paukenschlag in der Bundesliga: Bayer Leverkusen will in der nächsten Saison endlich in der Ligaspitze ankommen und sich als ernsthafter Kandidat auf die Meisterschaft etablieren. Die Geschäftsführung hat deshalb einen Trainer eingestellt, der das Publikum auf Erstliganiveau bringen soll.

Es ist eine Kampfansage an die Konkurrenz: Sportlich läuft es zwar seit Jahren einigermaßen zufriendenstellend, Bayer Leverkusen belegt regelmäßig die oberen Plätze in der Ersten Liga. Aber für eine echte Spitzenmannschaft fehlt es der Werkself nach Analyse der Verantwortlichen vor allem an einem Publikum, dass begeisterungsfähig ist und so etwas wie eine Heimspielatmosphäre an Spieltagen schaffen kann.



Deshalb hat der Verein heute einen Profi eingestellt, der die Fans auf Bundesliga- und Champions-League-Niveau trimmen soll. „Gastmannschaften fühlen sich bei uns, als wären sie bei sich zuhause, weil ihre Fans so eine gute Stimmung machen,“ so Sportchef Rudi Völler. „Da mussten wir was tun.“

Er soll es nun richten: Der Italiener Marco Albertoni wird diesen Sommer anfangen, die Fans zu trainieren. Los geht es schon Anfang Juni. „Jeden Tag zwei Einheiten im Stadion, dazu ein paar Testspiele. Es wird harte Arbeit, aber ich bin zuversichtlich.“ Zum Saisonstart soll dann im Stadion eine Atmosphäre herrschen wie andernorts auch. Auf dem Stundenplan stehen klatschen, anfeuern, jubeln – „Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Aber hier muss man praktisch bei Null anfangen.“ Deswegen werden auch Unmutsbekundigungen gelernt. „Fans müssen auch mal pfeifen, wenn etwas schiefläuft, oder auf die Mannschaft und den Trainer schimpfen.“
An den Trainingseinheiten müssen alle Dauerkarteninhaber teilnehmen. Wer sich weigert, kommt nicht mehr ins Stadion. „Aber ob die nun da sind oder nicht, macht keinen Unterschied.“

Die Erwartungen sind hoch. „Wer weiß, vielleicht schaffen wir dann endlich mal die Meisterschaft,“ so Völler.



(BSCH/Foto von H005Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7720944)