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Gegenkampagne zu Schockbildern: Tabakindustrie wirbt mit Fotos von Helmut Schmidt und Jopi Heesters auf Zigarettenschachteln

18. März 2016 ·

Berlin (EZ) | 18. März 2016 | Während der Bundesrat heute über die Einführung von Schockbildern auf Zigarettenpackungen berät, hat die Tabakindustrie bereits erste Zigarettenschachteln auf den Markt gebracht, die unschlüssige Raucher davon überzeugen sollen, zukünftig häufiger zum Glimmstängel zu greifen. In Deutschland sind zwei betagte Langzeitraucher abgebildet: Helmut Schmidt und Johannes Heesters.

Kommen die Schockbilder oder kommen sie nicht? Darüber tagt zur Stunde der Bundesrat. Doch einige Tabakunternehmen starten bereits eine Gegenkampagne. Sie wollen um Raucher werben, anstatt sie abzuschrecken.

Dafür zieren ab heute auf einigen Zigarettenschachteln die Antlitze von zwei der bekanntesten Leidenschaftsraucher Deutschlands, die trotz exzessiven Nikotinkonsums überraschend alt wurden: Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt sowie der Schauspieler und Sänger Johannes „Jopi“ Heesters.

Beide galten als Dauerqualmer. Während Schmidt über 80 Jahre lang rauchte und erst im vergangenen Jahr im Alter von 96 Jahren starb, hörte Heesters offiziell erst im stolzen Alter von 107 Jahren mit dem Rauchen auf – ein Jahr später, im Dezember 2011, starb er.

Die Tabakunternehmen hoffen durch die Fotos der zwei beliebten und hochbetagten prominenten Raucher, dass nun wieder mehr Menschen zur Zigarette greifen. Ein Sprecher erklärt: „Klar kann Nikotin die Lunge und die Blutgefäße angreifen und beschädigen, klar ist das nicht gesund, klar kann man davon Krebs bekommen, aber klar ist auch, dass man mit 200 Zigaretten pro Tag auch stolze 90, 100 oder gar 108 Jahre alt werden kann.“

(JPL/Foto: Montage; Bild Schmidt: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=590662)


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