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Flüchtlingsdebatte zu anstrengend: EU-Politiker sehnen sich nach Griechenland-Krise zurück

3. September 2015 ·

Viele Politiker sehnen sich nach der Zeit links im Bild zurück. Aktuelle Realität zeigt jedoch das rechte Bild.
Viele Politiker sehnen sich nach der Zeit links im Bild zurück. Aktuelle Realität zeigt jedoch das rechte Bild.

Brüssel/Berlin (EZ) | 3. September 2015 | Wie eine Umfrage unter rund 1.100 EU-Abgeordneten ergab, wünscht sich die Mehrheit der Politiker die Diskussionen um die Rettung Griechenlands zurück. Grund ist die derzeitige Flüchtlingsdebatte, die viele verantwortliche Politiker als „zu anstrengend und schier unlösbar“ empfinden.

Bis vor wenigen Wochen war Griechenland das Thema Nummer eins in ganz Europa – vor allem in Deutschland. Nachdem sich aber auf ein drittes Hilfspaket geeinigt wurde, ist wieder etwas Ruhe in dem Land eingekehrt.

Stattdessen beherrscht seit Wochen die Flüchtlingsdebatte die Medien. Die rechte Szene in Deutschland scheint dramatisch zuzunehmen, Politiker sind überfordert und Europa wird pauschal ein mangelhaftes Zeugnis im Umgang mit den Flüchtlingen ausgestellt.

Nun hat eine Umfrage ergeben, dass die Mehrheit der EU-Parlamentarier sich die Zeit der Griechenland-Krise zurückwünscht.
Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte, die Verhandlungen damals seien zwar unglaublich kräftezerrend und nervenaufreibend gewesen, „aber wenigstens waren viele Europäer auf unserer Seite und wir hatten alle einen gemeinsamen Feind.“ Nun aber müssten sich die EU und die wohlhabenden Staaten plötzlich selbst allerlei Vorwürfe anhören, dass zu wenig für die Flüchtlinge getan werde.

Eine deutsche Bundeskanzlerin, die anonym bleiben möchte (Name der Red. und Bevölkerung bekannt) stellt fest, wie angenehm die damaligen Verhandlungen im Vergleich zu den heutigen Vorfällen rund um die Flüchtlinge waren. „Der Hauptverantwortliche damals war Wolfgang Schäuble. Er hatte die meiste Arbeit. Aber nun erwartet jeder von mir, dass ICH mich hierzu äußere, mich da blicken lasse und überall mein Statement abgebe. Ich habe kaum noch Freizeit.“

Viele Politiker hoffen nun, dass sich das Problem von alleine löst und es sich lediglich um einen Trend handelt, der in den nächsten Wochen abklingen wird. „Spätestens wenn die Länder, aus denen die Leute hier her kommen, leer sind, wird sich die Lage beruhigt haben“, so ein Sprecher des deutschen Innenministeriums zuversichtlich.

(JME/Foto: links: „Αλέξης Τσίπρας Πρωθυπουργός της Ελλάδας from Greece – Tsipras-Junker 05. [Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons]; rechts: Official U.S. Navy Page from United States of AmericaU.S. Navy photo/U.S. Navy [Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons])


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